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	<title>Spiritualität &#8211; Walters Werkstatt: Theologie, Gesellschaft und Kirche</title>
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	<description>Texte aus der norddeutschen Tiefebene</description>
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	<title>Spiritualität &#8211; Walters Werkstatt: Theologie, Gesellschaft und Kirche</title>
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		<title>Gebet für die Ukraine</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 11 Mar 2022 09:37:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgeschehen]]></category>
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					<description><![CDATA[Übertragung einer Fürbitte der Iona Community (Wild Goose Resource Group)<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fpraxis%2Fgebet-fuer-die-ukraine%2F&amp;action_name=Gebet%20f%C3%BCr%20die%20Ukraine&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2022/03/peace-ukraine_pxb7037652_960_720-211x300.webp" alt="" width="211" height="300" class="alignright size-medium wp-image-10902" srcset="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2022/03/peace-ukraine_pxb7037652_960_720-211x300.webp 211w, https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2022/03/peace-ukraine_pxb7037652_960_720.webp 507w" sizes="(max-width: 211px) 100vw, 211px" />Wie kann man jetzt für die Ukraine beten, ohne einerseits Kriegsbegeisterung religiös zu pushen, aber ohne andererseits &#8222;überparteilich&#8220; nur allgemein um Frieden zu beten? Die <a href="https://www.wildgoose.scot/" rel="noopener" target="_blank">Wild Goose Resource Group</a>, das ist sozusagen die Abteilung der <a href="https://iona.org.uk/">Iona Community</a>, die sich um vor allem gottesdienstliche Texte und Lieder kümmert, hat <a href="https://www.wildgoose.scot/ukraine-liturgy/" rel="noopener" target="_blank">eine Ukraine Liturgy</a> veröffentlicht, die diese Fehler vermeidet. Man kann den ganzen Text auch <a href="https://www.wildgoose.scot/wp-content/uploads/Liturgy-for-Ukraine.pdf" rel="noopener" target="_blank">als PDF herunterladen</a>.</p>
<p>Ich fand besonders, dass das Fürbittengebet passende Worte findet, die nicht bloß ein allgemeiner, aber hilfloser Friedensappell bleiben, und habe es auf die Schnelle ins Deutsche übertragen. Die Übertragung ist unautorisiert und geht nur auf meine Verantwortung. <a href="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2022/03/2022-03-11Iona_Gebet-fuer-die-Ukraine-und-uns-1.pdf">Man kann den Text auch hier herunterladen.</a> Und ihn im Gottesdienst natürlich auch gern mit mehreren abwechselnd sprechen.</p>
<h3>Gebet in einer Zeit des Krieges</h3>
<p>Barmherziger Gott,<br />
du hältst die ganze Welt in deiner Hand:<br />
beruhige uns und alle, die jetzt voller Angst sind,<br />
erschrocken und geschockt,<br />
dass es so etwas geben kann in Europa, in unserer Zeit;<br />
sprich freundlich zu uns und zu allen, die jetzt in Furcht vor dem Morgen leben.</p>
<p>Vor dir wollen wir denken an die Menschen in der Ukraine:<br />
ihre Kinder,<br />
ihre Alten,<br />
ihre verletzlichen Erwachsenen,<br />
ihre Babies, die bald geboren werden sollen:<br />
Herr, erbarme dich!<br />
Christus, erbarme dich!</p>
<p>Vor dir wollen wir denken an die Menschen in der Ukraine:<br />
ihre Verteidiger,<br />
ihre Fürsprecher,<br />
für alle,<br />
die sich um die Verwundeten kümmern,<br />
die bei den Verzweifelten ausharren,<br />
die berichten über die Barbarei<br />
und Zeugnis geben von der Verheerung des Landes;<br />
für alle, die jetzt die Toten begraben.<br />
Herr, erbarme dich!<br />
Christus, erbarme dich!</p>
<p>Vor dir wollen wir denken an die Menschen in der Ukraine:<br />
ihre Anführer, dass sie weiter ihr Volk stärken können<br />
mit ihrem Wort und ihrem Beispiel;<br />
dass sie weiter Hilfe und Solidarität empfangen<br />
aus der ganzen Welt.<br />
Herr, erbarme dich!<br />
Christus, erbarme dich!</p>
<p>Vor dir wollen wir denken an die Menschen in Russland:<br />
dass sie die Wahrheit erfahren, die vor ihnen verborgen wird.<br />
Wir beten für die russischen Kirchen,<br />
dass sie doch den Mut und die Worte finden,<br />
um zur Macht die Wahrheit zu sprechen.<br />
Wir beten für die russischen Soldaten,<br />
die nicht aus Überzeugung dieses Blutbad ausrichten,<br />
die nicht wussten, was man mit ihnen vorhatte,<br />
und für ihre Familien, die Angst um sie haben.<br />
Bewahre sie davor, dass sich die Gewalt in ihrem Herzen ausbreitet.<br />
Herr, erbarme dich!<br />
Christus, erbarme dich!</p>
<p>Vor dir denken wir an den russischen Präsidenten, seine Berater und Unterstützer:<br />
wir rufen den Richtspruch des Himmels an,<br />
für einen radikalen Wandel und ein Ende ihrer Lügen, Intrigen und Morde.<br />
Herr, erbarme dich!<br />
Christus, erbarme dich!</p>
<p>Vor dir denken wir an unser eigenes Land,<br />
und bitten um aufrichtige Anteilnahme,<br />
dass der Schmerz der ukrainischen Nation<br />
von uns geteilt wird,<br />
dass ihre Erschöpften und Verängstigten bei uns Zuflucht finden,<br />
einen Ort des Friedens, an dem sie sicher sind.<br />
Herr, erhöre uns!<br />
Herr, sei gnädig und erhöre uns!<br />
Amen.</p>
<p><!-- /wp:post-content --></p>
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		<title>Biblische Spiritualität: Im Rhythmus der Psalmen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Dec 2013 06:23:43 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Auslegung]]></category>
		<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Emergentes]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Emergent Deutschland]]></category>
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					<description><![CDATA[Aus meinem Workshop beim Emergent Forum 2013: die Psalmen schaffen mit Worten einen offenen Raum, in dem es zur Begegnung mit der Tiefendimension der Welt kommen kann.<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fauslegung%2Fpsalm000_01biblische-spiritualitaet-im-rhythmus-der-psalmen%2F&amp;action_name=Biblische%20Spiritualit%C3%A4t%3A%20Im%20Rhythmus%20der%20Psalmen&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>In lockerer Folge poste ich Gedanken aus meinem Psalmenworkshop beim <a title="Emergent Forum" href="http://emergent-deutschland.de/2013/11/14/in-zwei-wochen-emergent-forum-2013-in-berlin/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Emergent Forum 2013</a>. | <a href="https://www.walterfaerber.de/auslegung/psalm000_02-im-rhythmus-der-psalmen-nicht-die-maessige-mitte/">Teil 2</a> | <a href="https://www.walterfaerber.de/auslegung/psalm000_03im-rhythmus-der-psalmen-wenn-schon-hassen-dann-richtig/">Teil 3</a> |</p>
<h5>Ein stereoskopischer Zugang zur Welt</h5>
<p><img decoding="async" src="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2018/02/Bhs_psalm1.gif" alt="" width="300" height="240" class="alignright size-full wp-image-4129" />Die Grundstruktur der Psalmen ist ein Parallelismus: immer zwei Zeilen gehören zusammen und sagen beinahe das Gleiche, aber nicht ganz. Sie sagen es mit unterschiedlichen Worten oder aus unterschiedlicher Perspektive. Das wird dadurch verstärkt, dass die Psalmen im Gottesdienst wohl von mindestens zwei Gruppen gesprochen/gesungen wurden. Erst die unterschiedlichen Sichtweisen unterschiedlicher Gruppen ergeben also das ganze Bild. Das übt eine meditative Grundhaltung ein: die Dinge müssen zunächst in ihrer Fülle wahrgenommen werden. Zudem wird in der klassischen Psalmenrezitation zwischen den beiden Zeilen eine Pause eingelegt: eine Unterbechung, die ebenfalls betrachtend verweilen lässt.</p>
<p>Das führt aber nicht zu Beliebigkeit, sondern der Sachverhalt wird dadurch gerade viel klarer und reicher beschrieben. Wenn es z.B. heißt (Ps. 5,6):</p>
<blockquote><p>»Stolze kommen dir nicht vor die Augen &#8211;<br />
du hassest alle, die Unrecht tun.«</p></blockquote>
<p>dann wird die Grundausrichtung damit nicht relativiert oder abgemildert, sondern sie wird reicher entfaltet. Man verpackt die Realität nicht abschließend in einen Begriff und klebt ein Etikett daran, sondern man bleibt dabei und umkreist ein Stück Welt und klopft es ab auf die Bedeutungen, die es in sich trägt. Der Blick bekommt Tiefenschärfe. Die Welt ist nicht einfach das, was sie ist, sondern sie birgt in ihrer Mitte ein Geheimnis.</p>
<h5>Spiritualität als leerer Ort</h5>
<p>Mit der Grundstruktur des Parallelismus halten die Psalmen also die Differenz fest zwischen unseren Begriffen und Worten und der Sache, die wir bezeichnen. Indem sie den Sachverhalt von mehreren Seiten umkreisen, halten sie zwischen sich einen leeren Raum frei – ähnlich wie der Jerusalemer Tempel in seiner Mitte einen leeren Raum barg, die Wohnung des unsichtbaren Gottes. Das lässt uns verstehen, worum es in der (jüdischen und christlichen) Spiritualitat überhaupt geht: es wird ein Ort geschaffen, in dem es zur Begegnung mit der unverfügbaren Realität Gottes kommen soll.</p>
<p>Der Tempel schafft einen solchen leeren Ort im Raum. Der Sabbat schafft einen ebensolchen Ort in der Zeit. Die Psalmen bauen ein Heiligtum in der Sprachwelt. Es sind Worte, die zwischen sich Raum schaffen für das Unsagbare. Biblische Spiritualität ist deswegen keine wortlose Spiritualität, sondern eine wortgeprägte. Die Worte der Psalmen sind keine Bedrohung für das Geheimnis der Welt, so dass man besser auf sie verzichten sollte, sondern sie ermöglichen gerade Begegnung. Denn es ist kein beliebiges Unsagbares, auf das wir warten, sondern es geht um den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, den Vater Jesu Christi.</p>
<p>Biblische Spiritualität geht davon aus, dass die Wirklichkeit nicht einfach das ist, was sie ist. sondern sie birgt in sich ein Geheimnis, sie hat eine Tiefendimension, eine verborgene Seite: den Himmel, den Bereich Gottes. Gott überlässt seine Schöpfung nicht sich selbst, sondern belebt, segnet und durchwaltet sie auch weiterhin. In der biblischen Spiritualität geht es darum, mit dieser verborgenen Tiefendimension in Berührung zu kommen. Einen Raum zu schaffen, wo diese Begegnung möglich wird. Dafür sind die Psalmen da.<!-- /wp:post-content --></p>
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		<title>Kontemplative Grundhaltung</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 14 Jun 2012 06:24:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
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					<description><![CDATA[Dissonanzen aushalten können<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fspiritualitat%2Fkontemplative-grundhaltung%2F&amp;action_name=Kontemplative%20Grundhaltung&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Mehrere auf den ersten Blick widersprüchliche Gedanken nebeneinander stehen lassen zu können, ist der Kern einer kontemplativen Haltung gegenüber der Wirklichkeit. Es auszuhalten, dass die Dinge nicht einfach sind, dass manchmal das eine Prinzip richtig ist und manchmal das scheinbar gegensätzliche &#8211; das beansprucht unser Gehirn ziemlich stark. Vielleicht aber auch nur deshalb, weil wir gewohnt sind, uns in allen Gegensätzen schnell auf eine Seite zu schlagen?</p>
<p>Konservativ gegen liberal/progressiv, politisch oder fromm, Gottes Liebe oder Gottes Zorn, rational oder intuitiv, Bayern oder Dortmund &#8211; man könnte eine endlose Reihe von Gegensätzen nennen, mit denen wir uns in der Welt orientieren. Wer wollte behaupten, dass sie keinen Anhalt an der Realität haben?&nbsp;Das Problem beginnt, wenn unser Denken diese Spannung nicht aushält und sie möglichst bald auflösen möchte. Dann schlagen wir uns schnell auf eine Seite des Widerspruchs. Das gibt zwar eine gewisse Erleichterung &#8211; die &#8222;kognitive Dissonanz&#8220; wird reduziert. Aber gleichzeitig wird der Realitätsgehalt unseres&nbsp;Denkens&nbsp;geringer. Denn in der Regel ist in beiden Seiten des sich aufdrängenden Widerspruchs mindestens ein Körnchen Realität und meistens auch ein Körnchen Wahrheit versteckt. Und wenn wir uns schnell auf eine Seite schlagen, dann kämpfen wir auch immer gegen einen Teil der&nbsp;Realität. Dieser Kampf ist verlustreich &#8211; und: wir können ihn nicht gewinnen.</p>
<p>Das Ganze kommt daher, dass Gott die Welt in einer großen Komplexität geschaffen hat. Das Geflecht des Lebens ist vielschichtiger als unser Denken. Wir übersehen immer nur einen Teil davon. Wenn wir uns dann den erstbesten Zipfel der Realität greifen und uns daran festhalten, ignorieren wir den Rest. Das macht die Orientierung leichter, aber nicht besser. Eine kontemplative Grundhaltung übt uns darin ein, zunächst einmal beides anzuschauen, zu betrachten, zu untersuchen, mit dem Widerspruch zu leben. Abzuwarten, was daraus wird. In der Regel entdecken wir dann eine Perspektive, die über den zuerst wahrgenommenen Widerspruch hinausführt.</p>
<p>Somit hat ein kontemplativer Weltzugang viel zu tun mit Vertrauen in den Schöpfer. Trauen wir Gott zu, dass er zusammenbringen kann, was aus unserer Sicht eine widersprüchliche Mischung aus Größe, Schmerz, Verrat, Begeisterung, Rationalität, Lust, Langeweile, Leid &#8230;. ist? Kontemplation ist (jedenfalls in christlicher Perspektive) nicht zuerst eine Reihe von mentalen Übungen, sondern eine Grundhaltung: ein Ja zur Welt Gottes in ihrer ganzen (aus unserer Sicht) Widersprüchlichkeit. Im Vertrauen darauf, dass die Widersprüche in Bewegung sind, und unsere Möglichkeiten, sie zu&nbsp;verstehen, ebenfalls.</p>
<p>Die Bibel ist immer eine der besten Gelegenheiten gewesen, um sich in kontemplativem Denken zu üben. Ihre ganze Buntheit aufzunehmen, sie nicht auf ein schnelles Prinzip zu reduzieren, neugierig zu bleiben und trotzdem, wenn es dran ist, entschieden zu handeln &#8211; das ist eine wunderbare Übung in Kontemplation. Dass viele auch hier lieber den einfachen Weg der Komplexitätsreduktion wählen &#8211; leider ist das so.</p>
<p>Übrigens, auch beim Widerspruch &#8222;kontemplativ oder aktivistisch&#8220; ist es eine Sackgasse, sich für eine Seite zu entscheiden. Natürlich kann man nicht nur kontemplativ leben. Mit all unserem Tun (und, nicht zu vergessen: auch mit unserem Lassen) entscheiden wir uns immer schon für eine Weltsicht. Das geht nicht anders. Wir müssen handeln, obwohl wir die Sache noch nicht zu Ende gedacht haben. Obwohl wir die Bibel noch nicht endgültig verstanden haben. Obwohl wir die Kirchliche Dogmatik (oder das &#8222;Kapital&#8220; oder Philosoph X oder oder oder) noch nicht ganz durchgelesen haben. Für manchen ein schrecklicher Gedanke. Aber auch das ist einer der Widersprüche, denen wir uns am besten in kontemplativem Geist (und das heißt auch: mit Humor) aussetzen sollten.</p>
<p><!-- /wp:post-content --></p>
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		<title>Franz Jalics: Kontemplative Exerzitien</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 21:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Übersichtsseite mit allen Beiträgen zum Buch "Kontemplative Exerzitien" von Franz Jalics<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffranz-jalics-kontemplative-exerzitien%2F&amp;action_name=Franz%20Jalics%3A%20Kontemplative%20Exerzitien&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class=“querbalken“>Die Posts der Reihe: | <a title=“Rezension“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/gott-schauen-kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics/“>Das Buch</a> | <a title=“Alltagstaugliche Spiritualität“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-1/“>Teil 1</a> | <a title=“Kontemplation ist nicht langweilig“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-2/“>Teil 2</a> | <a title=“Erste Entdeckungen“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-3/“>Teil 3</a> | <a title=“Neue Erfahrungen mit mir selbst“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-4″>Teil 4</a> | <a title=“Akku ist leer“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-5/“>Teil 5</a> | <a title=“Neue Stärke“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-6/“>Teil 6</a> | <a title=“Gute Gefühle und Störungen“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-7/“>Teil 7</a> | <a title=“Die Übungen ziehen Kreise“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-8/“>Teil 8</a> | <a title=“Am Ende eines aufregenden halben Jahres“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-9/“>Teil 9</a> |<a title=“Meine theologische Einordnung“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-meine-theologische-einordnung/“>Theologisches</a> | <a title=“Franz Jalics: Kontemplative Exerzitien“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/franz-jalics-kontemplative-exerzitien/“ target=“_blank“ rel=“noopener noreferrer“>Übersicht</a> |</p>
<p>2009 habe ich über einen längeren Zeitraum Posts zu dem Buch &#8222;Kontemplative Exerzitien&#8220; von Franz Jalics geschrieben. Dazu gehören neben der Vorstellung des Buches und Gedanken zur theologischen Einordnung auch <img decoding="async" src="http://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2009/06/JalicsBuchcover-177x300.jpg" alt="" width="177" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-6647" srcset="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2009/06/JalicsBuchcover-177x300.jpg 177w, https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2009/06/JalicsBuchcover.jpg 248w" sizes="(max-width: 177px) 100vw, 177px" />Schilderungen meiner eigenen Erfahrungen während einem halben Jahr praktizierter Übungen. Hier ist eine Übersicht über sämtliche im Blog verstreuten Beiträge.</p>
<p><strong>Vorstellung des Buches</strong>:<br />
<a title="Gott schauen – Kontemplative Übungen nach Franz Jalics" href="https://www.walterfaerber.de/gott-schauen-kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics/">Gott schauen &#8211; Kontemplative Übungen nach Franz Jalics</a></p>
<p><strong>Zur theologischen Einordnung:</strong><br />
<a title="Kontemplative Übungen – Versuch einer theologischen Einordnung (1)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/01/kontemplative-ubungen-versuch-einer-theologischen-einordnung-1/">Kontemplative Übungen &#8211; Versuch einer theologischen Einordnung (1)</a><br />
<a title="Kontemplative Übungen – Versuch einer theologischen Einordnung (2): Die jesuitische Tradition" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-versuch-einer-theologischen-einordnung-2-die-jesuitische-tradition/">Kontemplative Übungen &#8211; Versuch einer theologischen Einordnung (2):</a><br />
Die jesuitische Tradition<br />
<a title="Kontemplative Übungen – meine theologische Einordnung" href="http://www.walterfaerber.de/2009/08/kontemplative-ubungen-meine-theologische-einordnung/">Kontemplative Übungen &#8211; meine theologische Einordnung:</a><br />
Die Übungen als Wüstenerfahrung</p>
<p><strong>Berichte über meine praktischen Erfahrungen mit den Übungen:</strong><br />
<a title="Kontemplative Übungen nach Franz Jalics – praktische Erfahrungen (1)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-1/">Kontemplative Übungen nach Franz Jalics &#8211; praktische Erfahrungen (1)</a><br />
<a title="Kontemplative Übungen nach Franz Jalics – praktische Erfahrungen (2)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-2/">Kontemplative Übungen nach Franz Jalics &#8211; praktische Erfahrungen (2)</a><br />
<a title="Kontemplative Übungen nach Franz Jalics – praktische Erfahrungen (3)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-3/">Kontemplative Übungen nach Franz Jalics &#8211; praktische Erfahrungen (3)</a><br />
<a title="Kontemplative Übungen nach Franz Jalics – praktische Erfahrungen (4)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-4/">Kontemplative Übungen nach Franz Jalics &#8211; praktische Erfahrungen (4)</a><br />
<a title="Kontemplative Übungen nach Franz Jalics – praktische Erfahrungen (5)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-5/">Kontemplative Übungen nach Franz Jalics &#8211; praktische Erfahrungen (5)</a><br />
<a title="Kontemplative Übungen nach Franz Jalics – praktische Erfahrungen (6)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-6/">Kontemplative Übungen nach Franz Jalics &#8211; praktische Erfahrungen (6)</a><br />
<a title="Kontemplative Übungen nach Franz Jalics – praktische Erfahrungen (7)" href="http://www.walterfaerber.de/2009/06/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-7/">Kontemplative Übungen nach Franz Jalics &#8211; praktische Erfahrungen (7)</a><br />
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		<title>Abendmahl beim Emergent Forum #ef09</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 02 Dec 2009 10:00:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Emergentes]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebtes]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Abendmahl]]></category>
		<category><![CDATA[Emergent Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Gottesdienst]]></category>
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					<description><![CDATA[Der Text der Liturgie<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Femergentes%2Fabendmahl-beim-emergent-forum-ef09%2F&amp;action_name=Abendmahl%20beim%20Emergent%20Forum%20%23ef09&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p style="color: #000000;line-height: 135%">Jemand wollte von mir die Abendmahlsliturgie aus dem Gottesdienst am <a href="http://emergent-deutschland.de/2009/11/29/ef09-liveblog-sonntag-vormittag/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">29.11.09 beim Emergent Forum</a> in Erlangen haben. Da ich sie dafür sowieso rekonstruieren muss, kann ich sie auch gleich hier zugänglich machen.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Nach dieser Liturgie feiern wir auch in Ilsede im normalen Gottesdienst das Abendmahl. Allerdings ist es eine bewegliche Liturgie, die je nach Situation &#8211; geplant oder auch spontan &#8211; veränderbar ist. Es ist nicht so gedacht, dass man diese Texte Wort für Wort abliest; sie sollen lebendig bleiben und das heißt: durch die Subjektivität eines Menschen hindurchgehen. Nur das Grundgerüst bleibt als Rahmen bestehen. Deshalb ist dies hier auch nur eine ungefähre Wiedergabe aus dem Gedächtnis.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Ich habe den größten Teil des Textes aus vielen verschiedenen Quellen genommen und im Lauf der Zeit mit eigenen Formulierungen zu diesem Ablauf verbunden. Ich weiß mich allen, auf deren Ideen und Formulierungen ich aufbaue, zu Dank verpflichtet, sehe mich aber außerstande, all diese Quellen noch zu benennen. Stellvertretend für alle sei als wichtige Inspirationsquelle <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Huub_Oosterhuis" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Huub Oosterhuis</a> genannt.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Übrigens hat Peter auf seinem Blog auch <a href="http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress/2009/11/29/peters-gedanken/theologie/emergentes-abendmahl" target="_blank" rel="noopener noreferrer">etwas Theologisches dazu geschrieben</a>.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Die Zwischenüberschriften mit ihren teilweise traditionellen Namen sind für die Orientierung da &#8211; lasst euch nicht davon abschrecken, ihr könnt sie auch einfach ignorieren.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Gabenbereitung:</strong><br />
Wir wollen Abendmahl feiern mit Brot und Wein.<br />
Das Brot ist Zeichen für alles, wovon wir leben. Unsere Nahrung verbindet uns Tag für Tag mit der Erde und mit unzähligen Menschen, ihrer Geschichte und ihrer Arbeit.<br />
<em>[An dieser Stelle habe ich die Geschichte der kurdischen Familie erzählt, von der das Brot zum Abendmahl stammte.]</em><br />
Der Wein ist das Zeichen der Freude und des Festes. Gott gibt uns nicht nur das Notwendige zum Überleben, sondern auch der Glanz und die Freude sollen zum Leben dazugehören.<br />
Jesus nimmt Brot und Wein und verbindet sie für immer mit seinem Tod: sein vergossenes Blut, sein zerbrochener Leib. Wir sollen verstehen, dass Gottes Liebe zu uns keine Schmerzen scheut. Und wenn wir das Brot essen und aus dem Kelch trinken, dann verbinden wir uns mit Jesus Christus und seiner Geschichte, die eingewoben ist in das Netzwerk des Lebens, das die Welt umspannt. Im Abendmahl wird sichtbar, dass wir dazugehören und dazugehören wollen.<br />
Und so lasst uns Gott loben über Brot und Wein:</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Lobgebet:</strong><br />
Herr, unser Gott,<br />
wir danken dir, dass du uns gewollt hast, erschaffen, ins Leben gerufen.<br />
Wir danken dir für jeden Tag, für jede Stunde unseres Lebens,<br />
für die Luft, die wir atmen und das Licht, das wir sehen.<br />
Du wolltest ein Gott der Menschen sein.<br />
Und auch, als wir uns von dir abwandten und unsere eigenen Wege gingen, hast du uns nicht allein gelassen. Du hast uns deinen Sohn gesandt, Jesus Christus.<br />
Wir danken dir für diesen einzigartigen Menschen. Er hat uns gezeigt, wie ein Mensch leben soll und geht uns voran. Bis zum letzten Atemzug hielt er fest an dir und an seinem Weg.<br />
Und so hast du ihn dann aus dem Tod herausgerufen und hast ihm gutes, starkes, ewiges Leben gegeben, das den Tod nicht mehr fürchten muss.<br />
Mit ihm verbindest du uns in der Kraft deines Heiligen Geistes.<br />
Du machst uns zum Glied seines Leibes, du nimmst uns auf in das Netzwerk der neuen Schöpfung.<br />
Darum loben wir dich mit allen, die uns vorangegangen sind im Glauben, gemeinsam mit dem ganzen Erdkreis preisen wir deinen heiligen Namen. Mit allen, die dich lieben, zu allen Zeiten und in allen Sprachen, singen wir den Lobgesang &#8222;Heilig, Heilig, Heilig&#8220;<br />
[Danke <a href="http://www.lebensart-music.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Jan</a>, für das &#8222;Heilig, heilig &#8230; holy, holy&#8220; &#8211; das passte super hierher!]</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Einsetzungsworte mit Einleitung:</strong><br />
Noch immer ist die Welt voller Unrecht, Lüge, Gewalt und traumatisierter Menschen. Mitten in dieser Welt lud Jesus seine Jünger ein an seinen Tisch:<br />
Es war in der Nacht, in der einer seiner Freunde ihn verriet.<br />
Es war in der Nacht, in der sie ihn gefangen nahmen und anklagten.<br />
Es war in der Nacht, in der sie ihn schlugen und verurteilten.<br />
Es war in der Nacht, bevor sie ihn zur Stadt hinaus stießen und kreuzigten.<br />
Es war in der Nacht vor seinem bitteren Leiden und Sterben:<br />
in dieser Nacht kam er noch einmal mit seinen Jüngern zusammen.<br />
Ich bitte euch aufzustehen!<br />
Unser Herr Jesus Christus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach&#8217;s und gab&#8217;s seinen Jüngern und sprach: &#8222;Nehmt hin und esst! Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Solches tut zu meinem Gedächtnis.&#8220; Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Abendmahl, dankte, und gab ihnen den und sprach: &#8222;Nehmt hin und trinkt alle daraus! Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Solches tut, so oft ihr&#8217;s trinkt, zu meinem Gedächtnis.&#8220;<br />
Wenn wir also von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken, dann verkünden wir das Leben, den Tod und die Auferstehung unseres Herrn, bis er wiederkommt vor den Augen aller.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Gebet:</strong><br />
Gott,<br />
verbinde uns mit dem Leben, dem Tod und der Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus.<br />
Sende deinen Geist aus über uns.<br />
Lass es unter uns sichtbar werden, dass du der Gott des Lebens bist.<br />
Sei treu und gib uns den Frieden!</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Friedensgruß:</strong><br />
Lasst uns einander das Zeichen des Friedens und der Versöhnung geben, indem wir uns die Hand reichen und den Frieden zusprechen: Friede sei mit dir!</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Vaterunser</strong><br />
[an dieser Stelle singen wir in Ilsede noch &#8222;Christe, du Lamm Gottes&#8220;]<br />
<strong>Austeilung<br />
</strong>[Danke an <a href="http://pickaboo.typepad.com/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Tobi K.</a>, <a href="http://pastorsandy.de/" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Sandra</a> und <a href="http://www.elia-gemeinschaft.de/wordpress" target="_blank" rel="noopener noreferrer">Peter</a> für die klasse Zusammenarbeit!]</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Dankgebet:</strong><br />
Herr, unser Gott,<br />
wir danken dir, dass du uns verbindest:<br />
hier in Erlangen, als emergent conversation in Deutschland und in der ganzen Welt, als deine Christenheit unter allen Völkern. Wir gehören zu dir, wir lieben dich, wir vertrauen auf dich, wir halten Ausschau nach dir, bis du kommst und die Erde erneuerst in Herrlichkeit.<br />
Amen.</p>
<div class="zemanta-pixie"><img decoding="async" class="zemanta-pixie-img" src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=cc561ee9-4f66-83cd-9ed7-ed303a819934" alt="" /></div>
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		<title>Im heilen Rhythmus leben</title>
		<link>https://www.walterfaerber.de/predigten/lukas13_10-17-im-heilen-rhythmus-leben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Aug 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Predigt im Besonderen Gottesdienst am 30. August 2009 zu Lukas 13,10-17<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fpredigten%2Flukas13_10-17-im-heilen-rhythmus-leben%2F&amp;action_name=Im%20heilen%20Rhythmus%20leben&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" style="float:none; margin-bottom:10px;" src="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2020/11/gd2009-08-30HeilerRhythmus-1024x756.png" alt="" width="1024" height="756" class="alignleft size-large wp-image-8343" srcset="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2020/11/gd2009-08-30HeilerRhythmus-1024x756.png 1024w, https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2020/11/gd2009-08-30HeilerRhythmus-300x221.png 300w, https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2020/11/gd2009-08-30HeilerRhythmus-768x567.png 768w, https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2020/11/gd2009-08-30HeilerRhythmus-1536x1133.png 1536w, https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2020/11/gd2009-08-30HeilerRhythmus.png 1713w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></p>
<div id="bibeltext">
<p>
10  Jesus lehrte an einem Sabbat in einer Synagoge. 11  Unter den Zuhörern war eine Frau, die seit achtzehn Jahren unter einem bösen Geist zu leiden hatte, der sie mit einer Krankheit plagte. Sie war verkrümmt und völlig unfähig, sich aufzurichten. 12  Jesus bemerkte sie und rief sie zu sich. »Liebe Frau«, sagte er, »du bist frei von deinem Leiden!«, 13  und er legte ihr die Hände auf. Im selben Augenblick konnte sie sich wieder aufrichten, und sie fing an, Gott zu preisen. 14  Doch der Synagogenvorsteher war empört darüber, dass Jesus die Frau am Sabbat geheilt hatte. Er sagte zu der versammelten Menge: »Es gibt sechs Tage, die zum Arbeiten da sind. An denen könnt ihr kommen und euch heilen lassen, aber nicht am Sabbat.« 15  Der Herr entgegnete ihm: »Ihr Heuchler! Bindet nicht jeder von euch auch am Sabbat seinen Ochsen oder seinen Esel vom Futterplatz los und führt ihn zur Tränke? 16  Und diese Frau hier, die der Satan volle achtzehn Jahre lang gebunden hielt und die doch eine Tochter Abrahams ist – die sollte man am Sabbat nicht von ihren Fesseln befreien dürfen?« 17  Diese Antwort Jesu brachte alle seine Gegner in größte Verlegenheit. Das ganze Volk jedoch freute sich über all die wunderbaren Dinge, die durch ihn geschahen.
</p>
</div>
<div id="predigt">
<p>Der Sabbat ist eigentlich die klassische Form des heilen Rhythmus. Wir kennen ihn aber von den Jesusgeschichten her eher als beengende Regel, weil eben auch die besten Dinge schief werden können.</p>
<p>Jesus knüpft an an den eigentlichen Sinn des Sabbats. Er sagt: sollte man diese Frau nicht gerade am Sabbat von den Fesseln ihrer Krankheit befreien? Soll der Ruhetag nicht gerade ein Tag der Befreiung sein? So ist es vom Ursprung her gewesen: an einem Tag der Woche sollten die Menschen herausgenommen sein aus dem Zwang, zu arbeiten und sich Sorgen um den Lebensunterhalt zu machen. An einem Tag sollte der normale Rhythmus der Arbeit unterbrochen werden, damit die Menschen nicht vergessen, dass das Leben mehr ist als Produktion und Konsum. Das gehört zur Menschenwürde, dass wir nicht nur Arbeitskräfte sind. Wir haben einen eigenen Wert, unabhängig davon, ob wir uns nützlich machen. Das wird mit dem Ruhetag gefeiert.</p>
<p>Diejenigen, die diesen Ruhetag bis heute am entschiedensten einhalten, sind die Juden. Es wird nicht gearbeitet, es wird auch nicht gekocht &#8211; also wird den Frauen an diesem Tag der Stress in der Küche erspart. Man darf nur eine begrenzte Wegstrecke hinter sich bringen &#8211; also sitzt man auch nicht stundenlang im Auto eingepfercht, um irgendwo hinzufahren. Auf einmal läuft das ganze Leben anders &#8211; und es funktioniert!</p>
<p>Man muss sich vorstellen, was das für ein großer Schritt voran war in einer Welt, in der die Menschen Tag für Tag durcharbeiteten und Angst hatten, sie würden nicht genug haben, wenn sie Pause machen. Tag für Tag Arbeit oder Schule. In dieser Welt voller Arbeit sagten einige: am Sabbat ehren wir Gott damit, dass wir nichts tun. Sie unterbrachen ihre Arbeit, feierten und ließen es sich gut gehen und hatten trotzdem genug. Sie vertrauten ganz praktisch auf die Güte Gottes und erlebten jede Woche, dass das funktioniert.</p>
<p>Das heißt: von Anfang an war der Ruhetag ein Tag der Befreiung aus dem Reich der bitteren Not und des Zwanges und ein wöchentlicher Ausflug in das Reich der Freiheit. Ein Tag, der daran erinnerte, dass die Welt ursprünglich gut geschaffen ist und Plackerei und Krankheit und Streit am Anfang nicht dazu gehörten. Und dann ist es natürlich auch ein Tag, an dem ein Mensch von einer bedrückenden Krankheit befreit werden soll. Das passt wunderbar zum ursprünglichen Sinn des Ruhetages. </p>
<p>Und damit sind wir bei dem Thema des heilen Rhythmus. Eine Sache, an die wir gelegentlich denken, die hat keine großen Auswirkungen auf das Leben. Auch wenn wir gelegentlich etwas tun, das bewirkt noch nicht viel. Aber wenn wir regelmäßig etwas tun, es aufnehmen in unsere wiederkehrenden Lebensmuster, das ändert wirklich etwas.</p>
<p>Sehen Sie, die Arbeit und der Stress und die Zwänge, die melden sich von ganz allein. Da muss man nicht viel für tun. Aber die Freiheit von diesen Zwängen, die kommt nicht von selbst, die muss man extra wollen und organisieren. Dafür muss man sich etwas einfallen lassen.</p>
<p>Wenn wir also ein gutes, gesundes Leben führen wollen, dann müssen wir auf gesunde Lebensmuster achten. Und dazu gehört es, dass wir uns Gelegenheiten schaffen, an denen wir daran erinnert werden, dass wir Menschen eigentlich so geschaffen sind, dass wir souverän und königlich der Welt gegenüber treten und nicht als Getriebene und als Opfer. </p>
<p>Das Problem ist ja: viele sind so eingebunden in viele Zwänge, sie laufen mit so hoher Drehzahl, dass sie glauben, sie hätten keinen Spielraum, um zurückzutreten und nachzudenken. Und dann geht es immer weiter so, bis es eines Tages eben nicht mehr weitergeht, und dann geht irgendetwas kaputt, weil es die Überlastung nicht aushält, und wir werden für einige Zeit aus dem Verkehr gezogen und holen die Auszeiten nach. </p>
<p>Der erste Schritt zur Freiheit ist also immer: die Dinge aus der Hand legen, zurücktreten und alles mit Abstand anschauen. Jesus selbst z.B., ganz am Anfang seines Wirkens, war 40 Tage in der Wüste. 40 Tage, um seine Berufung zu klären. Und zwischendurch ist er immer wieder raus gegangen, in die Berge, um zu beten; er ist mit seinen Jüngern im Boot weggefahren, um in Ruhe und ungestört mit ihnen zu reden; immer wieder solche heilsamen Unterbrechungen, damit man Entscheidungen überdenken kann und nicht in einen Sog hineinkommt, aus dem man dann gar nicht mehr herausfindet.</p>
<p>Nur wenn man so zurücktritt und sich wieder in Gott festmacht, dann kann man mit der nötigen Distanz sein eigenes Leben beobachten: Warum ist es so? Wie funktioniert es eigentlich wirklich? Warum klemmt es? Warum bin ich manchmal unzufrieden? Und was mache ich, wenn ich unzufrieden bin? Schimpfen? Essen? Trinken? Kaufen?</p>
<p>In Wirklichkeit gibt es nämlich ganz viele verborgene Muster, die alle damit zusammenhängen, dass wir Glück und Freude suchen, und wenn wir die nicht finden, dann suchen wir uns irgendeinen Ersatz dafür. In der Szene am Anfang war das ja schon so weit, dass das Ehepaar sich in seiner Streitkultur eingerichtet hatte, und da gar nicht mehr raus wollte. Die waren schon gar nichts anderes mehr gewöhnt. Sie litten zwar unter dem Streit, aber sie konnten sich gar nicht mehr vorstellen, anders zu leben. Die hatten sich an den Ersatz für ein gutes Zusammensein gewöhnt. </p>
<p>Solche Lebensmuster können uns eben so krumm machen, wie die Frau in der Jesusgeschichte vorhin, die mit einem gekrümmten Rücken durch die Welt ging. Immer, wenn wir uns an einen dummen Zustand so gewöhnt haben, dass wir ihn kaum noch spüren, dann sind wir wieder ein Stück mehr verkrümmt geworden. Wenn wir uns daran gewöhnt haben, dass wir unglücklich sind; wenn wir gar nicht mehr merken, dass wir nicht souverän und frei durch die Welt gehen. Wenn wir uns daran gewöhnt haben, dass es jeden Morgen den gleichen Ärger gibt. </p>
<p>Das Leben ist natürlich kein Zuckerlecken, aber wenn wir anfangen, uns mit den Dingen abzufinden, dann beginnt bei uns diese Verkrümmung. Wenn wir gar keine Alternative mehr vor Augen haben und glauben, es müsse eben so sein. Wenn wir unsere Heimat bei Gott vergessen haben.</p>
<p>Was kann man machen, wenn man sich eine gesündere Lebenskultur zulegen will? Wie kriegt man das hin? Nun, in jedem Leben liegen ja die Dinge wieder anders, und man kann heute viel weniger als in früheren Zeiten ein bestimmtes Muster für alle empfehlen. Früher waren die Lebensabläufe einheitlicher, heute gibt es viel größere Unterschiede.</p>
<p>Trotzdem, ein paar Regeln gibt es, wie man es schafft, die eigenen Lebensmuster zu ändern und nach und nach eine »Kunst des gesunden Lebens« zu entwickeln. Ich möchte Ihnen einige davon vorstellen:</p>
<p><strong>1. Such dir einen Ort »außerhalb«, von dem aus du dein Leben ansehen kannst.</strong></p>
<p>Der Ort »außerhalb«, das ist so eine Zone wie der Sabbat, wo man die Dinge aus der Hand legt und aus der Tretmühle aussteigt und überlegt: was ist eigentlich los? Der Ruhetag oder eine regelmäßige Besinnungszeit oder ein Gespräch mit Freunden, das man zur Lebensüberprüfung führt oder so etwas ähnliches. Das ist das Erste und Wichtigste: für Abstand sorgen, für einen Ort außerhalb. Der eigentliche Ort außerhalb ist Gott, der außerhalb unserer Welt steht und von da aus immer wieder neue Impulse in die Welt hinein gibt. </p>
<p><strong>2. Such dir einen überzeugenden Grund, warum du deinen Lebensrhythmus anders gestalten willst. Mach dir die Vorteile klar. Schreib sie auf. Wenn du magst, entwerfe einen Gesamtplan.</strong></p>
<p>Wir werden nichts verändern ohne gute Gründe. Nur aus edlen Motiven heraus wird sich keiner die Mühe machen, mit eingefahrenen Gewohnheiten zu kämpfen. Aber wenn wir uns die Vorteile immer wieder klar machen und uns vorstellen, wie schön es wäre, wenn wir unsere Süchte verabschieden können oder mit den anderen besser auskommen oder ein weniger hektisches Leben führen oder uns weniger getrieben fühlen oder klarer unsere Berufung leben können, je mehr wir uns das vor Augen führen, um so motivierter sind wir, das auch anzupacken. Und weil wir das oft vergessen, ist es gut, sich wenigstens das Wichtigste aufzuschreiben. Noch wichtiger ist es dann, das auch nachzulesen.</p>
<p><strong>3. Konzentriere dich jeweils nur auf eine Gewohnheit.</strong></p>
<p>Wer sagt: »Ab morgen mache ich alles anders«, der wird scheitern. Wir sind tatsächlich Gewohnheitstiere und können nur wenige Dinge auf einmal ändern. Aber wer sich mindestens einen Monat lang darauf konzentriert, z.B. gesündere Ernährungsgewohnheiten zu entwickeln, keine Frustüberfälle auf den Kühlschrank mehr, der hat eine Chance, dass sich wirklich etwas ändert.</p>
<p><strong>4. Finde die Auslöser dieser Gewohnheit heraus.</strong></p>
<p>Jede Gewohnheit hat einen Auslöser. Wenn der Mann mürrisch in die Küche kommt, dann fällt der Frau ein, dass er ja eigentlich mehr helfen könnte. Wenn der Wecker klingelt, dann kommt der Gedanke: o nein, schon wieder so ein doofer Tag. Wenn man am Fernseher vorbeigeht, drückt man schon automatisch auf den Einschaltknopf. Wenn man diese Auslöser identifiziert, dann ist etwas Wichtiges passiert, denn jetzt kann man folgendes tun:</p>
<p><strong>5. Denk dir für jeden Auslöser eine neue Reaktion aus.</strong></p>
<p>Also, wer von raubtierartiger Gier nach Süßem überfallen wird, der kann ja vorher überlegen, ob er sich für diese Momente nicht süßes Obst hinstellt. Oder wer dazu neigt, schnell beleidigt zu sein, der kann sich für so einen Fall eine Unterbrechung ausdenken, bevor er anfängt darüber nachzudenken, wie gemein da wieder jemand war und wie er den bestrafen könnte. Vielleicht legt er sich ein spannendes Buch hin, in dem er dann weiterlesen darf. Meistens ist das dann alles gar nicht mehr so schlimm. Gerade Verzögerungen bewirken viel, denn:</p>
<p><strong>6. Mach dir klar, dass jede Versuchung nach kurzer Zeit vorbeigeht.</strong></p>
<p>Oft haben wir den Eindruck, dass wir sterben, wenn wir jetzt nicht gleich eine Freundlichkeit oder irgendetwas anders Entlastendes bekommen. Aber wenn wir es dann aus irgendeinem Grund nicht bekommen, stellen wir nach einiger Zeit erstaunt fest, dass wir immer noch leben, und dass es gar nicht so schlimm war. Wenn wir also Verzögerungen einbauen, zum Beispiel bis zehn zählen, bevor wir zurückschimpfen, oder vielleicht sogar bis 20 oder 100, dann hat sich inzwischen vieles schon erledigt. Warten bringt oft ganz viel.</p>
<p><strong>7. Such dir Hilfe.</strong></p>
<p>Wenn man das Ganze mit Unterstützung angeht, dann ist alles leichter. Gut, manchmal findet man da niemanden, aber wenn man jemand anderen hat, der einen ermutigt, und einen immer wieder an sein Ziel erinnert, das ist eine große Hilfe. Der wird dann auch zu so einem »Ort außerhalb«, von dem aus man sein Leben anschauen kann. Und so ist die letzte Regel auch wieder die erste:</p>
<p><strong>8./1. Besuche regelmäßig deinen Ort »außerhalb«, von dem aus du dein Leben ansehen kannst.</strong></p>
<p>Das ist nicht mit einem Mal getan, sondern das ist die wichtigste gute Gewohnheit, die man sich zu eigen machen sollte: immer wieder dieser Zwischenstopp, dieses Nachdenken und Heraustreten: der Ruhetag, der Tag der Befreiung, der Tag Gottes. Ein ganzer Tag oder eine regelmäßige Stunde oder eine Gruppe, zu der ich gehe: etwas, das mich daran erinnert, dass wir mehr sind als nur Leute, die irgendwelche Funktionen ausüben. Eine Zeit, die uns an unsere Würde erinnert, die Gott uns gegeben hat. Wir sollen keine Getriebenen sein, nicht Leute, die keine Wahl haben. Wir sollen frei sein als die Söhne und Töchter Gottes, die Erben dieser Welt, nicht die Sklaven. Die königliche Freiheit, die Gott uns gibt, muss bei ihm immer wieder erneuert werden, damit wir sie nicht vergessen oder verlernen. Aber es stimmt: unsere Heimat ist das Reich der Freiheit. Und wir machen jetzt schon immer wieder Ausflüge dorthin.</p>
</div>
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		<title>Durch die Umwelt mit Gott kommunizieren</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Aug 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Predigt am 23. August 2009 zu Lukas 10,25-37 (Predigtreihe Beten 6)<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fpredigten%2Flukas10_25-37-durch-die-umwelt-mit-gott-kommunizieren%2F&amp;action_name=Durch%20die%20Umwelt%20mit%20Gott%20kommunizieren&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="predigt">
<p>Wenn es im Gebet um Kommunikation mit Gott geht, dann gibt es tatsächlich eine Art dieser Kommunikation, die über unsere Außenwelt läuft, durch die Dinge, die uns begegnen und unsere Reaktion darauf. Vielleicht erinnern Sie sich noch an die Lesung vorhin (Römer 12,1-2), da war davon die Rede, dass es der wahre, der vernünftige Gottesdienst ist, wenn wir unser ganzes Leben Gott zur Verfügung stellen und es nach einem anderen Muster gestalten, als es der Gesellschaft entspricht, die uns umgibt. </p>
<p>Man kann diesen Satz überspannen, indem man das zur einzigen Art macht, um mit Gott in Verbindung zu kommen, und das ist in der Neuzeit geschehen, wo es viele Menschen gibt, die sagen: ich kenne zwar keine Kirche von innen und ich bete eigentlich auch nicht, das sind alles Sachen, die mir viel zu irrational sind, aber ich tue gute Taten, wahrscheinlich mehr als die Heuchler, die jeden Sonntag zur Kirche &#8211; laufen. Wir haben hinter uns ein Zeitalter, in dem die Wirklichkeit reduziert wurde auf das, was man messen, zählen und anfassen kann, und es steckt uns allen noch sehr in den Knochen. Und da werfen sich Menschen eben auf so einen Satz von Paulus und sagen: ja, die guten Taten, das ist es! </p>
<p>Aber auch wenn so ein Satz einseitig missbraucht wird, wird er davon doch nicht falsch. Und er bleibt erstaunlich genug: es gibt eine Kommunikation mit Gott auf dem Weg über die äußere Welt. Wir begegnen ihr in einer der &#8211; nicht zufällig &#8211; bekanntesten Geschichten des Neuen Testaments, der Geschichte vom Barmherzigen Samaritaner:</p>
<div id="bibeltext">
<p>25  Ein Gesetzeslehrer wollte Jesus auf die Probe stellen. »Meister«, fragte er, »was muss ich tun, um das ewige Leben zu bekommen?« 26  Jesus entgegnete: »Was steht im Gesetz? Was liest du dort?« 27  Er antwortete: »›Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit aller deiner Kraft und mit deinem ganzen Verstand!‹ Und: ›Du sollst deine Mitmenschen lieben wie dich selbst!‹« – 28  »Du hast richtig geantwortet«, sagte Jesus. »Tu das, und du wirst leben.« 29  Der Gesetzeslehrer wollte sich verteidigen; deshalb fragte er: »Und wer ist mein Mitmensch?« 30  Daraufhin erzählte Jesus folgende Geschichte: »Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab. Unterwegs wurde er von Wegelagerern überfallen. Sie plünderten ihn bis aufs Hemd aus, schlugen ihn zusammen und ließen ihn halbtot liegen; dann machten sie sich davon. 31  Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab. Er sah den Mann liegen, machte einen Bogen um ihn und ging weiter. 32  Genauso verhielt sich ein Levit, der dort vorbeikam und den Mann liegen sah; auch er machte einen Bogen um ihn und ging weiter. 33  Schließlich kam ein Reisender aus Samarien dort vorbei. Als er den Mann sah, hatte er Mitleid mit ihm. 34  Er ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann setzte er ihn auf sein eigenes Reittier, brachte ihn in ein Gasthaus und versorgte ihn mit allem Nötigen. 35  Am nächsten Morgen nahm er zwei Denare aus seinem Beutel und gab sie dem Wirt. ›Sorge für ihn!‹, sagte er. ›Und sollte das Geld nicht ausreichen, werde ich dir den Rest bezahlen, wenn ich auf der Rückreise hier vorbeikomme.‹« 36  »Was meinst du?«, fragte Jesus den Gesetzeslehrer. »Wer von den dreien hat an dem, der den Wegelagerern in die Hände fiel, als Mitmensch gehandelt?« 37  Er antwortete: »Der, der Erbarmen mit ihm hatte und ihm geholfen hat.« Da sagte Jesus zu ihm: »Dann geh und mach es ebenso!« </p>
</div>
<p>Der entscheidende Satz in dieser Geschichte ist: » &#8230; und als er ihn sah, hatte er Mitleid mit ihm«. Das ist der Wendepunkt. Zwei Leute sind schon an dem verblutenden Mann vorübergegangen. Aus seiner Sicht ist das völlig unverständlich, der liegt da und jeder muss doch sehen, dass es jetzt nichts Wichtigeres gibt, als ihm zu helfen! Das ist so, wie wenn dein Arm halb ab ist und du kommst ins Krankenhaus in die Notaufnahme und denkst: jetzt werden sie hier Himmel und Hölle in Bewegung setzen, damit deine Schmerzen und das Bluten aufhören und der Arm wieder drankommt, und dann heißt es: Sie müssen warten, der Doktor hat gerade keine Zeit, und am besten fahren Sie erst wieder nach Hause und holen Ihre Chipkarte! Da prallen Welten aufeinander!</p>
<p>Und aus der Sicht der Leute, die an dem Verletzten schnell vorbeigehen, hat das schon seine Logik: sie hatten wahrscheinlich Angst, dass sie Ärger bekommen könnten, oder sie hatten so viel zu tun und so wenig Zeit, dass sie den Verletzten einfach ausblendeten. Nicht auch das noch! Das Leben ist auch so schon stressig genug!</p>
<p>Deshalb ist es der entscheidende Durchbruch, als schließlich einer kommt und hinschaut und Mitleid hat. Das Wort »Mitleid« oder »Erbarmen« kommt im Originaltext von einem Wortstamm, der Regungen im Bauch beschreibt. Da schaut einer so hin, dass es ihm an die Nieren geht, und aus dem Bauch heraus entscheidet er sich, dem Überfallenen zu helfen. Die anderen haben die Situation des hilflosen Opfers nicht an sich herangelassen, aber dieser eine lässt sich davon bewegen. </p>
<p>Und wenn man den ganzen Zusammenhang anschaut, in dem Jesus die Geschichte erzählt, dann muss man sagen: hier hat einer auf einen Ruf Gottes gehört, dem sich die anderen verschlossen haben. Durch den Verblutenden am Straßenrand hat tatsächlich Gott den Vorbeikommenden eine Botschaft gesandt, und zwei haben sich dem verschlossen und einer hat sie mit dem Bauch gehört und mit seinen Händen beantwortet. </p>
<p>Auch über die Außenwelt können wir mit Gott kommunizieren, und das können auch diejenigen, die merkwürdige Religionen und Weltanschauungen haben. Die Samaritaner waren eigentlich so eine Splittergruppe, die nur die 5 Bücher Mose anerkannten und nicht den Rest des Alten Testaments, sie hatten sozusagen einen reduzierten Glauben, aber trotzdem kann auch ein Samaritaner in der Not eines anderen Menschen diesen Ruf Gottes vernehmen. Genauso können das manchmal Atheisten, Finanzspekulanten, Terroristen und ganz normale Leute sein. Sie wissen vielleicht gar nicht, dass hinter so einer Situation, die ihr Herz berührt, Gott steht; und man kann vor her auch nicht wissen, wessen Herz sich berühren lassen wird, aber auf einmal ist dieser Ruf da, und der eine verschließt sein Herz und der andere öffnet es.</p>
<p>Der Zusammenhang, in dem Jesus die Geschichte erzählt, ist die Frage was das allerwichtigste Gebot ist. Und als Jesus zurück fragt: was meinst du denn? da nennt der Schriftgelehrte zwei Gebote: die Liebe zu Gott und die zum andern Menschen. Und Jesus bestätigt das und sagt: ja, das sind die beiden Kerngebote. An einer Parallelstelle (Matth. 22,39) sagt er sogar ausdrücklich: die Liebe zu Gott und zu den Menschen, das ist das gleiche Gebot. Es sind eigentlich nicht zwei unterschiedliche Gebote, sondern es sind zwei Ausprägungen, zwei Seiten eines einzigen, zentralen Gebotes. </p>
<p>Wir haben nämlich nur <strong>ein</strong> Herz, und mit diesem einen Herzen reagieren wir auf beide, auf Gott und die Menschen. Ja, wir müssen wahrscheinlich auch noch die Natur und uns selbst dazunehmen: so barmherzig oder unbarmherzig, wie wir die Menschen behandeln, so achtsam oder unachtsam behandeln wir vermutlich auch die Natur; und jemand, der keine Sensibilität für die Schönheit einer Blume hat, der wird wahrscheinlich auch Gott für eine Erfindung von Weicheiern halten; und wer Gott für überflüssigen Firlefanz hält, der wird wahrscheinlich auch lange brauchen, bis er die Signale seines eigenen Körpers und seiner Seele wahrnimmt. Wahrscheinlich ist diese Parallelität nicht bis in jede Einzelheit hinein exakt &#8211; wir sind ja widersprüchliche Wesen. Aber eine Grundhaltung des Herzens zieht sich doch durch die ganze Person, und es gibt schon einen Zusammenhang dazwischen, wie offen wir sind für die Not eines anderen Menschen, für die zarte Schönheit der Natur und für den leisen Ruf Gottes. </p>
<p>Ich habe mal die Geschichte eines Mannes gelesen, der das Gefühl hatte, dass er immer mehr an Gott zweifelte, und dass ihm Gott immer ferner rückte. Eines Tages gab es einen ganz unbedeutenden Zwischenfall: er hatte Geschirr abspülen sollen, hatte es aber nicht getan, und es war an jemand anderem hängen geblieben, der sich heftig darüber beklagte. Ein Vorfall, wie er wohl in fast allen Haushalten manchmal vorkommt. Aber als er später irgendwann darüber nachdachte, da ging dem Mann ein Licht auf: mir waren die Gefühle dieses Menschen völlig egal. Ich habe ihn schimpfen lassen und es ging mir zum einen Ohr rein und zum anderen raus. Und dann fragte er sich: mache ich das vielleicht mit Gott genauso? Bin ich vielleicht gegenüber Gott ebenso zu wie ich es gegenüber meinem Mitbewohner war? Ist das vielleicht der eigentliche Grund meiner Glaubenskrise, dass ich ein hartes und verschlossenes Herz habe? Und er fing an, aufmerksamer für seine Mitmenschen zu werden, und binnen eines Jahres war seine Glaubenskrise verschwunden. </p>
<p>Wir haben nur <strong>ein</strong> Herz, nicht zwei: nicht ein edles und ergriffenes Herz für Gott und ein leider etwas weniger liebevolles Herz für unsere Mitmenschen. Und auch nicht andersherum: ein treusorgendes, gutes, offenes Herz für die Mitmenschen und ein verschlossenes und arrogantes Herz gegenüber Gott. Wir haben nur ein Herz, und das prägt unsere Einstellung zu Gott, den Menschen, der Natur und uns selbst. </p>
<p>Und so wie wir in der Neuzeit rücksichtslos mit der Natur umgegangen sind und nur unsere eigenen Bedürfnisse im Auge gehabt haben, so ist die moderne Zeit unglaublich ignorant gegenüber der Wirklichkeit Gottes gewesen. Generationen haben so gelebt, als könnten sie mit der Erde tun und lassen, was sie wollen und haben die Begrenzung unseres Planeten und seiner Ressourcen ignoriert. Und genauso hat man in dieser Zeit so gelebt, als könnte man Gott einfach ignorieren, ohne an der Seele Schaden zu nehmen. Und so erleben wir immer wieder ein großes Ignorieren all der menschlichen Opfer, die am Wegesrand liegen. Die Opfer von Hunger und Ungerechtigkeit und Krankheit werden zwar viel beklagt, aber sie berühren den normalen Ablauf in den reichen Ländern der Erde nicht, genauso wie sich Priester und Levit nicht in ihren Tagesgeschäften von dem zusammengeschlagenen Gewaltopfer am Straßenrand stören ließen.</p>
<p>Wir haben nur <strong>ein</strong> Herz, und das reagiert auf alles, was ihm begegnet, auf die gleiche Weise. Man kann auch sagen: unser Herz hat eigentlich nur ein Gegenüber, nämlich Gott, er steht hinter allem, alles spiegelt ihn wider, und durch alles, was uns begegnet hindurch, reagieren wir immer nur auf ihn. Und am Verhältnis zu den Menschen können wir ablesen, wie wir zu Gott stehen.</p>
<p>Die gute Nachricht dabei ist: wenn sich unser Herz an einer Stelle ändert, dann hat das Auswirkungen auf alle Bereiche. Wenn wir an einer Stelle blockiert sind, dann können wir an einer anderen ansetzen. Wenn wir unser Herz einem Menschen und seiner Not öffnen und uns das sogar Zeit kosten lassen, dann verbessert das auch unser Verhältnis zu Gott und zu uns selbst. Wir gehen dann auch mit uns selbst freundlicher um. Und andersherum: wenn wir uns in Zeiten der Stille für Gott öffnen, dann wird uns das weicher machen und nachdenklicher, und wir werden dann geduldiger und weniger zickig und angenehmer im Umgang werden. Wir werden nicht mehr alles aus dem Blickwinkel unserer Interessen sehen, sondern bekommen einen weiteren Horizont. </p>
<p>Das ist zum Beispiel das Geheimnis dahinter, weshalb Franz von Assisi es so unglaublich weit mit der Armut getrieben hat: er hat es als großes Privileg angesehen, nichts zu besitzen, weil er spürte, wie mit allem, was er verschenkte, die göttliche Liebe in ihm wuchs. Als er starb, da wollte er überhaupt nichts mehr haben, sondern nur noch nackt auf der Erde liegen. Ich sage das nicht, weil das jeder so machen sollte, sondern um das Muster zu erläutern: weil er alle Sorge um sich selbst aufgab, konnte er Gott widerspiegeln wie kaum ein anderer in der langen Geschichte des Christentums. Aber ich sage es auch, um deutlich zu machen, dass es doch immer ein bisschen heftig wird und den bisherigen Lebenszusammenhang sprengt, wenn man von Gott her verändert wird. So ganz zivilisiert und brav kann man dann nicht bleiben.</p>
<p>Deswegen gehört in diese Reihe über das Beten auch die Praxis des Lebens hinein: sie ersetzt nicht das Gebet im engeren Sinne, es ist nicht so, dass wir in Zukunft einfach nur Gutes tun und uns nicht mehr direkt an Gott wenden sollen. Wenn wir ihn auch aus der Bibel und dem Gebet im engeren Sinn kennen, haben wir es leichter, ihn zu verstehen. Dann gibt es weniger Missverständnisse. Aber manchmal geht es tatsächlich auch so. Ein Mensch versteht Gott aus dem Bauch heraus und antwortet ihm mit den Händen. Und wenn er dann das Evangelium in Klarheit hört, dann sagt er: das ist ja das, was ich schon längst kenne, nur eben jetzt im Gesamtzusammenhang! </p>
<p>Es gibt keine Trennung zwischen alltäglich und religiös mehr. Seit Jesus wissen wir, dass wir es immer mit Gott zu tun haben, dass er durch alle Dinge und Begegnungen hindurch zu uns sprechen will. </p>
<p>Es ist einfacher, ihn zu verstehen, wenn wir ihn schon aus der Bibel kennen. Aber auch dann wartet er auf die Antwort, die wir durch unsere Praxis geben. Nicht irgendwie Gutes tun, sondern, wie hieß es vorhin in der Lesung (Römer 12,2)? <span class="bibeltext">Richtet euch nicht länger nach ´den Maßstäben` dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet!</span></p>
<p>Gott, der ganz anders ist, will Menschen haben, die auf der Erde tatsächlich nach neuen Regeln leben. Alles was man nicht irgendwie umsetzt, geht verloren. Und man muss es fast immer gegen Widerstände umsetzen. Aber nur, wenn wir diesen Kampf auf uns nehmen, werden wir Gott wirklich glauben, dass er stark ist. Und wir müssen uns zusammenschließen, damit sich unser Spielraum ausweitet. Wo Zonen des alternativen Lebens freigekämpft und gefüllt werden, da sind Glaubenszweifel kein großes Problem mehr. Da wächst seelische Gesundheit. Da freuen wir uns an der Schönheit und Tiefe der Schöpfung. </p>
<p>Alles gehört zusammen, denn wir haben nur <strong>ein</strong> Herz. </p>
</div>
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		<title>In Gemeinschaft beten</title>
		<link>https://www.walterfaerber.de/predigten/matthaeus18_19-20-in-gemeinschaft-beten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Predigt am 16. August 2009 zu Matthäus 18,19-20 (Predigtreihe Beten 5)<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fpredigten%2Fmatthaeus18_19-20-in-gemeinschaft-beten%2F&amp;action_name=In%20Gemeinschaft%20beten&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="predigt">
<p>Als wir vorhin die Lesung (1. Kor. 14,24-33a) gehört haben, da haben wir hineingeschaut in die Praxis des gemeinsamen Gebets in der ersten Gemeinde von Korinth in Griechenland. Wenn ihr zusammenkommt, sagt Paulus, wie ist es da? Jeder bringt etwas mit: einen Gedanken oder ein Lied oder ein Gebet oder die Erklärung eines Gebetes. Und wenn ein Fremder dazukommt, dann wird ihm nach kurzer Zeit klar: hier ist Gott! Hier ist solch ein Reichtum, so eine Klarheit vorhanden, dass mir mein bisheriges Leben dagegen arm und schief vorkommt. </p>
<p>Und das muss damals wirklich ziemlich heftig abgegangen sein, denn die Sorge von Paulus ist: Bitte nicht alle auf einmal! Am Mikrofon muss ein Mindestmaß an Ordnung herrschen! Spontaneität ist ja schön, aber wir wollen doch Gelegenheit haben, über die Dinge, die ihr alle beitragt, auch nachzudenken! </p>
<p>Und Paulus versucht das zu ordnen in einem Geist der Demut: nicht jeder muss immer sofort reden, und wenn einer eine frische Eingebung von Gott bekommt, dann sollen die anderen ihn vorlassen. Man sieht an dieser Passage, dass es auch schwierig sein kann, wenn zu viel da ist von göttlicher Eingebung und Offenbarung. Und zwar deswegen, weil die durch fehlbare Menschen kommt, und wir neigen alle dazu, sogar göttliche Gaben zu missbrauchen. Jesus hat das mit seinen Jüngern erlebt, die fühlten sich in seiner Gemeinschaft so stark, dass sie sofort um die besten Plätze rangelten, und er musste sie runterholen und ihnen sagen: Moment, diese Gaben sind zum Dienst da, und nicht dazu, dass ihr euch gegen die anderen profiliert! Wer sowieso schon dazu neigt, sich selbst zu zelebrieren, der benutzt dazu auch göttliche Eingebungen. Und das ist sofort auch in der Gemeinde von Korinth passiert.</p>
<p>Das ist das Problem, das deshalb auftaucht, weil Jesus der Gemeinschaft seiner Jünger so Großes anvertraut hat. Die Gemeinde ist der Ort, an dem die Größe und Kraft Gottes sichtbar und erfahrbar werden soll. Die Gemeinde ist das Zeichen, an dem man erkennen kann, wie Gott ist. Und wenn die Gemeinde nicht richtig funktioniert, dann werden die Menschen Gott falsch sehen. Deswegen hängt alles daran, dass die Gemeinde in Form ist und dass sie deutlich vom Geist Jesu geprägt ist. </p>
<p>Man kann sich das vorstellen wie bei den Radiowellen: die sind überall, wir sind völlig von ihnen umgeben, sie gehen durch uns durch, aber wir spüren von ihnen nichts, solange wir kein Radio haben. So ist es mit der Wirklichkeit Gottes: sie ist längst da, sie umgibt uns von allen Seiten, aber wir erkennen sie erst dann, wenn sie in der Gemeinde sichtbar wird. Und genauso wie ein Radio kaputtgehen kann, und dann hört man alles nur noch schwach und verzerrt, so kann auch die Gemeinde so außer Form geraten, dass man Gott in ihr kaum noch finden oder erkennen kann.</p>
<p>Deshalb ist es eigentlich ein Fehler, wenn ich in unserer Reihe erst heute zum Thema »Gemeinsames Gebet« kommen. Das sieht so aus, als ob es viele Arten zu Beten gibt, man kann mit vorformulierten Texten beten und mit der Bibel und meditativ, und man kann eben auch gemeinsam beten. Und damit wird das ganze Bild schief. Denn die Gegenwart Gottes auf Erden ist in erster Linie seine Gegenwart in einer Gruppe von Menschen. Sie ist im Normalfall nicht für den Einzelnen im stillen Kämmerlein gedacht, sondern für die Gemeinschaft der Gemeinde. </p>
<p>Jesus hat das deutlich gemacht in dem bekannten Satz aus Matthäus 18: <span class="bibeltext">Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.</span> Das heißt einerseits: keine Sorge, wenn ihr wenige seid, auch dann könnt ihr einen Raum bilden, in dem ich dabei bin, und darauf kommt es an. Dieser Satz bedeutet aber auch: einer allein reicht nicht, um solch einen Raum zu bilden. Deshalb hat Jesus seine Jünger immer mindestens zu zweit losgeschickt. Auch eine so profilierte Persönlichkeit wie Paulus hatte immer andere dabei, er hat nur in ganz seltenen Notfällen für begrenzte Zeit allein gearbeitet, sonst war er immer mit Timotheus, Titus, Priszilla und Aquila oder anderen zusammen. </p>
<p>Natürlich haben die auch damals allein gebetet, aber das war nicht der Kern ihrer Frömmigkeit. Der Kern ihres geistlichen Lebens war die Gemeinde. Man kann auch sagen: der Gottesdienst, aber das war eben keine Veranstaltung in einem extra Haus mit Altar und Orgel und Talarträgern, sondern das waren Treffen am Küchentisch oder im Wohnzimmer oder im Innenhof eines großen Hauses. Und da haben sie zusammengetragen, was ihnen im Lauf des Tages an geistlichen Zusammenhängen klargeworden ist, was sie nun wieder von Gott empfangen haben. </p>
<p>Merken Sie, dass das Menschen waren, die den ganzen Tag über immer wieder den Gedanken an Gott im Kopf hatten? So wie andere den ganzen Tag über dauernd an ihre Gesundheit denken, oder an ihre Termine, oder an Sex oder an ihren Hund oder warum der und der nicht anruft, so haben die anscheinend dauernd daran gedacht, wo die neue Welt Gottes vorangeht. Also, so im Vergleich ist das doch keine schlechte Alternative, oder? Sie dachten immer wieder über etwas nach, was Hoffnung und Freude und Perspektive in ihr Leben brachte, obwohl sie vielleicht Sklaven waren, die Tag für Tag hinter dem Chef her putzen mussten. Und dann kamen sie trotzdem reich beschenkt in die Gemeinde und erzählten und hörten darauf, was die anderen mitbrachten.</p>
<p>Und das stärkte und ergänzte sich gegenseitig, und sie waren alle gemeinsam daran beteiligt, wie Jesus sich immer mehr Teile der Wirklichkeit eroberte. Und das alles konzentrierte sich, wenn sie das Mahl des Herrn feierten, das Abendmahl, da aßen sie alle von einem Brot und tranken aus einem Kelch, und es wurde sichtbar, dass sie gemeinsam der Ort waren, wo der auferstandene Jesus in der Welt wirkt. Da war ein Kraftfeld, das die Gegenwart Gottes für alle erkennbar werden ließ.</p>
<p>Das war damals etwas völlig Neues: man brauchte keine Tempel mehr, um irgendwie mit dem Göttlichen in Kontakt zu kommen. Bis dahin sind Menschen in Tempel gegangen, haben dort geopfert und angebetet, wenn sie etwas von den Göttern wollten. Tempel waren eine teure Angelegenheit: so ein Tempel musste ja etwas hermachen, man brauchte Tausende von Arbeitern, um ihn zu bauen, man brauchte Opfer und Weihrauch und Gold und Priester und Tempeldiener und Chöre und werweißnoch was, um ihn zu betreiben. So etwas konnten nur Könige und vergleichbare Leute auf die Beine stellen. </p>
<p>Und dann kommt Jesus und sagt: es reichen zwei oder drei, die sich in meinem Namen versammeln, dann bin ich mitten unter ihnen, und damit ist Gott da. Auf einmal reichen zwei Leute am Küchentisch, wo man früher einen königlichen Tempel brauchte. So wie man vor zwanzig Jahren in eine Druckerei gehen musste, wenn man einen Text ordentlich gesetzt bekommen wollte, man brauchte komplizierte Setzmaschinen und Leute, die sie bedienen konnten, und heute kann das jeder sebst machen mit einem Computer und einem Drucker für 50 €. </p>
<p>Merken Sie, was für eine Revolution Jesus gebracht hat? Was haben Menschen im Lauf der Geschichte für Bauten erstellt, um mit Gott in Kontakt zu kommen: Pyramiden, Tempel, tonnenschwere Steinkreise, Bethäuser. Und auf einmal geht es am Küchentisch, und wenn es mehr werden, zieht man in den Wintergarten um oder in die Cafeteria eines Betriebes oder wie es sich eben ergibt.</p>
<p>Auf einmal braucht man keine Fachleute mehr, die den Kontakt mit Gott herstellen, man muss nicht zu den Reichen gehören, es müssen sich nur mindestens zwei oder drei in Jesu Namen versammeln, und das ist die Konstellation, in der Gottes Herz und unser Herz zusammenkommen. Menschen nehmen die Religion in die eigenen Hand, sie fragen nicht um Erlaubnis, sie machen es einfach. Selbstorganisiert und in eigener Verantwortung, aber sie können dann auch nicht mehr andere verantwortlich machen, wenn etwas schief läuft. </p>
<p>Es hängt nur noch daran, dass diese kleine Gruppe den richtigen Geist bewahrt und sich richtig organisiert. Deshalb kämpft Paulus so darum, dass da in der Gemeinde von Korinth nicht die Selbstdarsteller das Klima prägen. Konzentriert euch nicht darauf, wie ihr selbst groß rauskommt, sondern verhaltet euch so, dass Jesus durch die ganze Gemeinde sichtbar wird! Das ist ein Kampf, von dem jede Gemeinde betroffen ist. Dietrich Bonhoeffer, der ja immer wieder Gemeinschaften gegründet hat, hat es in unseren Tagen so formuliert: kaum sind ein paar Leute beieinander, da gibt es schon ein Gerangel darum, wer der Chef ist. </p>
<p>Was ist da zu tun? Darauf hat es im Laufe der Zeit zwei Antworten gegeben, die beide zu Problemen führen. Die eine Antwort ist: wenn die Leute  immer nur Probleme produzieren, dann müssen sie eben doch wieder beaufsichtigt werden. Sonst könnte ja jeder kommen und einfach so am Küchentisch Gemeinde spielen. Das geht nicht! Also wieder zurück in die Sakralgebäude. Und deswegen war in Europa lange Zeit jede Religionsausübung bei der Kirche monopolisiert. Religion durfte nur unter kirchlicher Aufsicht stattfinden. Und als vor 300-400 Jahren die ersten Haus- und Bibelkreise entstanden, »Konventikel« nannte man die, da wusste keiner mehr so richtig, wie so etwas eigentlich geht, weil keiner mehr damit Erfahrung hatte. Und sie wurden polizeilich beobachtet, weil sie verdächtig waren. </p>
<p>Die andere Antwort, etwas moderner, bestand darin, dass Menschen sagten: wenn es so schwierig ist, miteinander eine geistliche Gemeinschaft zu sein, dann lassen wir es lieber ganz und beten eben allein, persönlich. Und so ist das Gebet des Einzelnen in die Mitte der Frömmigkeit gerückt. Obwohl im Neuen Testament der Kern der christlichen Spiritualität die Gemeinde war. Und durch diesen religiösen Individualismus haben wir ein kraftloses Christentum bekommen, das sich im Inneren abspielt, das in den normalen spontanen Gesprächen der Menschen keine Rolle spielt, und in ihren Gedanken auch nicht, ein Christentum, das die Welt nicht gestaltet und sich stattdessen auf die Frage konzentriert, wie man am einfachsten in den Himmel kommt. </p>
<p>Wo man die mindestens zwei oder drei, die in Jesu Namen beieinander sind, in der Praxis durch Einzelne ersetzt, die gelegentlich religiöse Regungen haben, da wird das Christentum zu einer Karikatur, und alle merken, wie das nicht funktioniert. Denn die Kraft Gottes ist an eine funktionierende Gruppe gebunden. </p>
<p>Vor diesem Satz Jesu von den 2 oder 3, bei denen er ist, wenn sie in seinem Namen beisammen sind, da steht nämlich noch ein anderer: </p>
<p class="bibeltext">19 Wahrlich, ich sage euch auch: Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. </p>
<p>Und damit ist ja nicht gemeint, dass du und ich uns darauf einigen, dass wir morgen schönes Wetter haben wollen, und dann muss Gott uns das geben. Sondern mit dem Einswerden ist ein ganzer Weg gemeint, bei dem man auf eine Wellenlänge kommt, bei dem man sich immer klarer darüber verständigt, wie man denn als die Leute Jesu beieinander sein will. Und wenn das geschieht, dann ist das Gebet einer Gemeinde keine Formalie mehr, sondern dann bekommt es tatsächlich Kraft. Deshalb geht Paulus nicht den Weg zurück in die Tempel, aber er weicht auch nicht aus in religiösen Individualismus, sondern er arbeitet an dieser Kultur der Selbstorganisation. Auch was er schreibt über den demütigen Umgang mit dem Mikrofon gehört mit zu dieser ganzen Kultur des Miteinander-Umgehens. Es geht aber auch um ein Klima der Leidenschaft und des Engagements, in dem Menschen selbst die Verantwortung für ihre Motivation übernehmen und nicht von anderen erwarten, dass die sie immer wieder heiß machen und in Bewegung bringen. </p>
<p>So wie Einzelne sich Gedanken machen, wie sie eigentlich beten wollen und es immer mal wieder erneuern und verändern, so braucht eine Gemeinschaft auch das Nachdenken darüber, wie ihre Kultur aussieht und wie sich organisiert, um ein funktionierender Raum für den Geist Gottes zu sein. Große Teile des Neuen Testaments kreisen um diese Frage, wie eigentlich eine Gemeinschaft aussehen muss und wie man da denken muss, damit man tatsächlich der Leib des auferstandenen Christus ist, wie Paulus es nennt. Mit einem Leib, einem Körper kann man die Welt beeinflussen. Und wenn der auferstandene Jesus die Welt beeinflussen will, dann tut er es durch seine Gemeinde, seine Jüngerinnen und Jünger. Es ist für die Welt inzwischen eine Frage auf Leben und Tod, dass die Gemeinde Jesu in Form kommt und lernt, die Kraft Gottes wieder hier auf der Erde in vollem Maß wirksam werden zu lassen. Und genauso für die Einzelnen: so viele Menschen laufen durch die Gegend und haben das Gefühl, dass sie nicht glücklich sind mit ihrem Leben. Im Großen wie im Kleinen wartet alles darauf, dass von neuem der Raum der Gemeinde aufgeht als der Ort, an dem Menschen erkennen: ja. hier ist wirklich Gott!</p>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Wüstenerfahrungen im Alltag</title>
		<link>https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-meine-theologische-einordnung/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 12 Aug 2009 11:23:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebtes]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
		<category><![CDATA[Theologie]]></category>
		<category><![CDATA[Franz Jalics]]></category>
		<category><![CDATA[Heiliger Geist]]></category>
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					<description><![CDATA[Kontemplative Übungen - meine theologische Einordnung<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fbucher%2Fkontemplative-ubungen-meine-theologische-einordnung%2F&amp;action_name=W%C3%BCstenerfahrungen%20im%20Alltag&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class=“querbalken“>Die Posts der Reihe: | <a title=“Rezension“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/gott-schauen-kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics/“>Das Buch</a> | <a title=“Alltagstaugliche Spiritualität“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-1/“>Teil 1</a> | <a title=“Kontemplation ist nicht langweilig“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-2/“>Teil 2</a> | <a title=“Erste Entdeckungen“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-3/“>Teil 3</a> | <a title=“Neue Erfahrungen mit mir selbst“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-4″>Teil 4</a> | <a title=“Akku ist leer“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-5/“>Teil 5</a> | <a title=“Neue Stärke“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-6/“>Teil 6</a> | <a title=“Gute Gefühle und Störungen“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-7/“>Teil 7</a> | <a title=“Die Übungen ziehen Kreise“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-8/“>Teil 8</a> | <a title=“Am Ende eines aufregenden halben Jahres“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-nach-franz-jalics-praktische-erfahrungen-9/“>Teil 9</a> |<a title=“Meine theologische Einordnung“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/kontemplative-ubungen-meine-theologische-einordnung/“>Theologisches</a> | <a title=“Franz Jalics: Kontemplative Exerzitien“ href=“https://www.walterfaerber.de/bucher/franz-jalics-kontemplative-exerzitien/“ target=“_blank“ rel=“noopener noreferrer“>Übersicht</a> |</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><img decoding="async" src="http://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2009/06/JalicsBuchcover-177x300.jpg" alt="" width="177" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-6647" srcset="https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2009/06/JalicsBuchcover-177x300.jpg 177w, https://www.walterfaerber.de/wp-content/uploads/2009/06/JalicsBuchcover.jpg 248w" sizes="(max-width: 177px) 100vw, 177px" />Immer wieder bin ich gefragt worden, wie diese Übungen eigentlich mit dem christlichen Glauben zusammenpassen &#8211; manchmal aus echtem Interesse, manchmal vorwurfsvoll und angriffig. Und in der Tat will ich ja auch verstehen, worum es dabei eigentlich geht. Nach inzwischen bald acht Monaten theoretischem und praktischem Sich-Einlassen auf die Übungen sieht meine Deutung so aus:</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Es geht bei den Übungen um Wüstenerfahrung.</strong> Die Wüste steht für eine Situation, in der Menschen einerseits schutzlos, andererseits in eine Leere versetzt sind: kaum Ablenkungen, wenig bis keine Kommunikation, fern von Kultur und Zivilisation. Ein Großteil der Hilfsmittel, mit denen wir uns das Leben leichter machen, fällt weg. Das Gedankenkarussell im Kopf bekommt von außen keine neuen Anstöße.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">In der Bibel ist die Wüste ein Ort, an dem sich Gott und Mensch auf unerwartete Weise intensiv begegnen: Mose am Dornbusch, Israel am Sinai, Elia am Horeb, Johannes der Täufer und Jesus in der Wüste am Jordan, wahrscheinlich auch Paulus in Arabien (Gal. 1,17). Anscheinend ist die ungeschützte, auf das Einfache reduzierte Umgebung der Wüste besonders geeignet für tiefgreifende geistliche Erfahrungen. Und geistliche Übungen sind ein Stück Wüste im Alltag.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Deshalb sind geistliche Übungen fast immer <strong>Akte der freiwilligen Reduktion</strong>. Fasten sowieso, aber oft geht es auch um geistige Reduktion: Konzentration auf <em>einen</em> Gedanken, <em>ein</em> Wort, <em>ein</em> Bild, den Atem, die Natur. Gleichzeitig freiwilliger Verzicht auf Hilfsmittel, die mit schneller Erleichterung versorgen: Süßigkeiten, TV, oberflächliche Gespräche und Gedanken; aber auch Distanz zum Strom der Gedanken, Fantasien und Pläne, mit dem wir die Illusion aufrechterhalten, wir hätten die Welt im Griff.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Diese <strong>Reduktion soll eine Leere schaffen, die Gottes Geist ausfüllen kann</strong>. Das ist eine neue Sichtweise: Wir müssen Gottes Geist nicht mühsam herbeibitten, sondern wir müssen aufhören, ihn durch unser prall gefülltes Leben zu verdrängen. Gerade der unaufhörliche Gedankenstrom, den wir in uns tragen, ist ein direkter Ausfluss des Sündenfalls: wer sein will wie Gott, muss an alles denken. Er hat Sorgen im weitesten Sinn. Da ist kein Platz mehr für den echten Gott. Jesus wusste, warum er vor den Sorgen warnte.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Direkt bekämpfen kann man diesen Gedankenstrom nicht. Das würde ihn erst recht stärken. Aber man kann die Aufmerksamkeit von ihm abziehen, ihm den Brennstoff nehmen. Man kann die äußeren Anlässe reduzieren.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%"><strong>Was wird nun aber diesen leeren Raum füllen</strong>, der in den Übungen entsteht? An dieser Stelle bestehen in christlichen Kreisen viele Esoterikängste. Geistliche Übungen gibt es ja in vielen Religionen. Fasten z.B. tun nicht nur Christen. Welchen Einflüssen setzen wir uns dabei aus?</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Ich bin bisher zu einer dreifachen Antwort auf diese Frage gekommen:</p>
<ul style="color: #000000;line-height: 135%">
<li>Erstens trägt die Methode in sich tatsächlich <strong>grundlegende Wertentscheidungen</strong>: sie macht uns in unserem Lebensgefühl weniger abhängig von oberflächlichen Tröstungen, von der Ausbeutung anderer und eben von der Scheinsicherheit der Sorgen. Sie weicht Schutzpanzer auf, mit denen wir Gott abblocken. Wenn andere geistliche Strömungen das auch gut finden: um so besser für sie.</li>
<li>Zweitens hängt die Art der Füllung des leeren Raumes, der bei bei der Übung entsteht, von dem <strong>Gegenstand</strong> ab, <strong>auf den man die Aufmerksamkeit stattdessen konzentriert.</strong> Deshalb richten sich christliche Aufmerksamkeitsübungen auf Gegenstände oder Symbole, die Gott widerspiegeln oder repräsentieren: die Natur (einschließlich des eigenen Körpers), ein Kreuz, eine Ikone, den Namen Jesu. Deshalb ist es auch richtig, diese Zeit ausdrücklich Gott zu widmen und den Heiligen Geist einzuladen.</li>
<li>Drittens wird bei den Übungen <strong>an die Oberfläche kommen, was in einem Menschen schon längst drin ist</strong>. Ein Christ wird deshalb auch bei diesen Übungen von seiner religiösen Grundhaltung (einschließlich seiner Verortung in einer der verschiedenen Fraktionen des Christentums) geprägt sein.<br />
Er wird aber in dieser Zeit möglicherweise auch mit dem Dunklen konfrontiert werden, das er in sich trägt. Der Heilige Geist führte Jesus in die Wüste, damit er sich mit dem Satan auseinandersetzte &#8211; auch wenn der in diesem Fall nicht von innen, sondern von außen kam.</li>
</ul>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Dieses Dunkel in einem Menschen mit dem Licht zusammen zu bringen ist ein weiterer Effekt der Übungen. Jalics nennt das die &#8222;<em>Bereitschaft, Unerlöstes an sich heranzulassen und sich nicht dagegen zu wehren</em>&#8222;. Das ist mit Schmerz verbunden, aber so &#8222;<em>kann es von Christus aufgenommen und erlöst werden</em>.&#8220; Voraussetzung ist also, dass Jesus durch den Heiligen Geist schon in uns wohnt und dann, wenn wir ihm Freiheit dazu geben, sein heilendes Werk in uns tun kann: nicht ohne uns, aber nicht unter unserer Kontrolle. Dies ist ein dem Zungenreden (Glossolalie, Sprachengebet oder wie man es nennen will) vergleichbarer Prozess.</p>
<p style="color: #000000;line-height: 135%">Interessant finde ich in diesem Zusammenhang die Äußerung Jesu über das Fasten in Markus 2,19-20: So lange Jesus bei den Jüngern ist, können sie auf geistliche Übungen verzichten &#8211; die sind schließlich kein Selbstzweck. Passend dazu brauchte das Zungenreden in den ersten Gemeinden keine vorbereitenden Übungen. Die Präsenz des Heiligen Geistes war auch ohne sie stark genug. Aber Jesus kündigt schon in Markus 2,20 eine Zeit an, in der geistliche Übungen wieder dran sind. Und so taucht in Apostelgeschichte 13,2 die Übung des Fastens als Vorbereitung auf den Empfang des Geistes wieder auf.</p>
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		<title>Das einfache Gebet</title>
		<link>https://www.walterfaerber.de/predigten/markus01_09-15-das-einfache-gebet/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Walter Faerber]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 08 Aug 2009 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bibel]]></category>
		<category><![CDATA[Predigten]]></category>
		<category><![CDATA[Spiritualität]]></category>
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					<description><![CDATA[Predigt am 9. August 2009 zu Markus 1,9-15 (Predigtreihe Beten 4)<img src="//www.walterfaerber.de/wp-content/plugins/matomo/app/matomo.php?idsite=1&amp;rec=1&amp;url=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Fpredigten%2Fmarkus01_09-15-das-einfache-gebet%2F&amp;action_name=Das%20einfache%20Gebet&amp;urlref=https%3A%2F%2Fwww.walterfaerber.de%2Ffeed%2F" style="border:0;width:0;height:0" width="0" height="0" alt="" />]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div id="bibeltext">
<p>
9  In jener Zeit kam auch Jesus aus Nazaret in Galiläa zu Johannes und ließ sich im Jordan von ihm taufen. 10  Als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist ´Gottes` wie eine Taube auf ihn herabkam. 11  Und aus dem Himmel sprach eine Stimme: »Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Freude.« 12  Danach wurde Jesus vom Geist gedrängt, in die Wüste hinauszugehen. 13  Dort blieb er vierzig Tage und wurde vom Satan versucht. Er war bei den wilden Tieren, und die Engel dienten ihm.<br />
14  Nachdem Johannes gefangen genommen worden war, ging Jesus nach Galiläa und verkündete dort die Botschaft Gottes. 15  Er sagte: »Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt diese gute Botschaft!«
</p>
</div>
<div id="predigt">
<p>Es ist erstaunlich: wenn davon erzählt wird, wie Jesus allein betet, dann ist er eigentlich fast immer draußen. Auf einem Berg oder draußen an einem einsamen Ort oder in Jerusalem wenigstens im Garten Gethsemane. Und eben in der Lesung haben wir davon gehört, wie Jesus entscheidende geistliche Prozesse in der Wüste erlebt. Vielleicht kann mich einer korrigieren, aber mir fällt keine Stelle ein, wo Jesus allein in einem Haus betet. Mit anderen zusammen beim Essen betet er natürlich auch im Haus, vielleicht hat er ja auch manchmal allein im Haus gebetet, aber erzählt wird davon, glaube ich, nie. Bei Jesus finden geistliche Prozesse anscheinend so gut wie immer draußen statt, und das kann kein Zufall sein. </p>
<p>Eben haben wir ja gehört, wie Jesus getauft wird &#8211; natürlich draußen. Da kommt der Heilige Geist auf ihn, Jesus ist der erste Mensch, auf den der Geist in Fülle kommt und bei dem er dauerhaft bleibt. Und was macht der Geist mit Jesus als erstes? Er führt ihn in die Wüste.</p>
<p>Die Wüste ist ein ganz besonderer Ort. Da ist gar nichts. Da sind Menschen ganz mit sich selbst konfrontiert. Es gibt keine Ablenkungen. Es gibt keine anderen Menschen, auf die man irgendwie wirken könnte. Und wenn man wie Jesus fastet, dann fehlt einem selbst das wohlige Gefühl im Magen, wenn man satt ist. In der Wüste zu fasten, das bedeutet: da lässt ein Mensch alles hinter sich, was Menschen sonst Sicherheit gibt. Wenn man fastet, oder wenn man allein ist, oder an einem Ort ist, wo es gar nichts gibt, dann hat man nichts, womit man sich beschäftigen könnte, man hat nichts, was unangenehme Gefühle jeder Art überdecken kann. Die Wüste fragt einen Menschen, wer er wirklich ist.</p>
<p>Entscheidende Ereignisse in der Geschichte des Gottesvolkes passierten in der Wüste: Mose wurde in der Wüste beim brennenden Dornbusch berufen. Das Volk Israel wanderte 40 Jahre in der Wüste, und da wurde es aus einem Haufen feiger Sklaven zu einem freien Volk. Die Propheten reden von einer Rückkehr in die Wüste, wo nur Gott und das Volk beieinander sind.</p>
<p>Die Wüste ist eben auch der Ort, wo sich nur noch wenig zwischen Gott und die Menschen dazwischenschiebt. Vielleicht ist das überhaupt der Grund, weshalb Jesus herausgeht aus den Städten in die Natur: da ist er nicht von Menschen und ihren Produkten umgeben.</p>
<p>Denken Sie mal zurück an das Paradies: nach einer langen guten Zeit dort aßen die Menschen vom verbotenen Baum &#8211; mit den bekannten Folgen, dass wir heute nicht mehr im Paradies leben, sondern auf einer beschädigten Erde, wo man sein Brot mit Mühe verdienen muss, und wo Missverständnisse und Misstrauen das Zusammenleben immer wieder schwer machen. </p>
<p>Die Frucht, zu der die Menschen griffen, hing am Baum der Erkenntnis. Das Motiv war Misstrauen: Gott will uns anscheinend etwas vorenthalten. Nein, wir werden nicht mehr die Welt einfach als Geschenk von ihm entgegennehmen. Nein, wir wollen selbst wissen. Nein, wir wollen uns selbst überzeugen. Nein, wir nehmen die Sache in unsere Hände. Wir wollen es wissen.</p>
<p>Und was passiert, wenn die Menschen die Dinge in die eigenen Hände nehmen wollen? Sie haben schrecklich viel zu tun. Sie sind immer unterwegs, ihr Terminkalender reicht nie aus, der Stress macht sie krank. Sie wollen sein wie Gott, und deshalb haben sie schrecklich viel zu tun. Stellen Sie sich mal vor: schon damals fand Jesus anscheinend, dass in den Städten seiner Zeit viel zu viel Hektik war, zu viele Sorgen und zu viel Unruhe. Was würde er heute wohl sagen?</p>
<p>Aber in der Wüste gibt es keine Hektik. Ja, heute gibt es wahrscheinlich auch dort Hektik, aber wenn sich einer in die Wüste zurückzieht, dann findet er dort immer noch diese Leere, in der nichts passiert. Und in dieser Leere kann Gott wieder die Regie übernehmen. Als Jesu in die Wüste geht, da heißt es wörtlich: der Geist trieb ihn hinaus in die Wüste. Im einfachen Gebet geht es darum, dass Gott in unserem Herzen die Regie übernimmt. Es ist nicht so, dass wir dann nichts mehr zu tun hätten. Jesus wird sich ja in der Wüste mit dem Satan auseinandersetzen, und das ist ganz klar Jesus, der das tut. </p>
<p>Aber im einfachen Gebet geht es darum, dass wir die Kontrolle abgeben und Gott erlauben, an unserem Herzen zu arbeiten. Als Folge des Sündenfalles sind wir ja nicht nur dauernd beschäftigt, sondern wir versuchen auch immer die Kontrolle über die Situation zu haben: dass wir genug zu essen haben und zur Sicherheit auch noch einen zusätzlichen Vorrat, dass wir uns wehren können und auf alle möglichen Angriffe vorbereitet sind; wir wollen die Kontrolle darüber haben, dass Menschen uns lieben; und sogar die Kontrolle darüber, dass wir selbst gute Menschen sind. Wer alles kontrollieren will, der ist schrecklich beschäftigt. Kontrolle und Stress sind zwei Seiten einer Medaille. </p>
<p>Nur würden wir zu kurz greifen, wenn das als Charakterproblem ansehen. Natürlich gibt es Leute mit einem ausgesprochenen Kontrolletti-Charakter, die immer gleich fragen: ist das auch versichert? Hast du auch alles überlegt? Aber noch viel stärker steckt die Kontrolle in uns allen drin als eine Lebensart, die unser ganzes Denken durchzieht. In unserem Kopf dreht sich in jedem Augenblick ein Karussell von Gedanken und Empfindungen, das nie zur Ruhe kommt. Im Extremfall kann das so weit gehen, dass Menschen todmüde sind vor lauter Arbeit, aber nicht schlafen können, weil sich die Gedanken immer weiter drehen. Oder setzen Sie sich nur mal in Ruhe hin und achten Sie auf Ihre Gedanken, und Sie werden merken, dass Sie in Ihrem Kopf einen Baum voller Affen haben, die sich fröhlich durcheinander von Ast zu Ast schwingen. Sie werden es noch nicht mal durchhalten können, längere Zeit auf Ihre Gedanken zu achten, sondern Sie verlieren sich immer wieder in den Gedanken und auf einmal fällt Ihnen ein: ach ja, ich wollte doch auf meine Gedanken achten! Und wo war ich jetzt gerade?</p>
<p>Die Wüste ist der Ort, wo Menschen diese Unruhe in sich zuerst ganz deutlich spüren, aber dann kommt sie langsam zur Ruhe, weil es draußen so leer und ruhig ist, dass es auch auf die Gedanken abfärbt. Die bekommen von draußen einfach keinen Nachschub mehr, und dann geht dem Gedankenkarussell langsam der Treibstoff aus. Und dann entsteht da ein Raum, in dem der Heilige Geist etwas tun kann.</p>
<p>Solange dieser endlose Schwall von Ideen, Planungen, Assoziationen, Befürchtungen und Fantasien in uns herrscht, so lange ist da kein Raum für den Geist Gottes. Denn dieser endlose Schwall ist ja die Folge des Misstrauens gegenüber Gott. Das Misstrauen hat sich sozusagen in eine Gehirnstruktur, in eine Denkgewohnheit umgesetzt, und die hindert uns daran, uns Gott anzuvertrauen.</p>
<p>Im Laufe der Zeit sind viele Wege entdeckt worden, auf denen man diesem Strom entkommen kann. Oft sind daraus geistliche Übungen geworden, durch die man seine Aufmerksamkeit immer stärker von den gegenwärtigen Sorgen und Gedanken abzieht und dadurch Gottes Geist einen Raum anbietet, in dem er in uns wirken kann. Aber im Prinzip sind das alles Wege, in unserem Leben Wüstenzeiten zu entwickeln. Nicht jeder kann für 40 Tage in die Wüste gehen wie Jesus, aber jeder kann solche Zeiten in sein Leben einbauen. Jeder kann, wenn er wirklich will, eine halbe oder ganze Stunde am Tag dafür finden oder sich immer mal wieder für einen Tag oder ein Wochenende zurückziehen. Viele tun das sowieso ganz spontan, ohne darüber nachzudenken, weil sie merken, dass es ihnen gut tut. Sie gehen raus oder manche fahren auch auf einen Parkplatz, halten kurz an und atmen tief durch. Das ist aber schon selten. Noch seltener ist es, wenn wir einen Verkehrsstau willkommen heißen als solch eine Unterbrechung &#8211; Stau auf der Autobahn mit gleichzeitigem Zusammenbruch des Handynetzes ist vermutlich das, was in unserer Erfahrung der Wüste am nächsten kommt. Sogar eine rote Ampel kann zu einem Freiraum von ein paar Sekunden werden. Aber natürlich kann man dabei auch innerlich auf 180 gehen.</p>
<p>Aber wer wirklich solche Wüstenzeiten in sein Leben einbauen will, der kann sich nicht von Ampeln und Verkehrsstaus abhängig machen. Der muss das aktiv wollen, und in unserer Welt, wie sie nun mal ist, geht das eben nicht ohne Planung und Überlegung: wie organisiere ich meinen Tag, um Zeiten einzubauen, wo mich keiner stört und ich lernen kann, in mir eine Leere für Gott entstehen zu lassen?</p>
<p>Und das geht im Prinzip immer nach dem Muster: wir konzentrieren unsere Aufmerksamkeit auf etwas Einfaches, aber Gutes: die Natur, ein Bild oder ein Kunstwerk, ein Wort, einen Satz, unseren Atem &#8211; irgendetwas, das in uns nicht gleich wieder viele Emotionen hervorruft, sondern dem wir unsere ruhige Aufmerksamkeit schenken können. Und damit entziehen wir dem Gedankenstrom die Energie, die er aus unserer Aufmerksamkeit zieht. Wir bekämpfen ihn nicht, weil man Gedanken nicht mit Gedanken bekämpfen kann, aber wir entziehen ihm unsere Energie.</p>
<p>Man kann das in einem Gottesdienst schlecht üben, aber ich hoffe, dass wir in diesem Herbst dazu in der Gemeinde etwas anbieten können, wo man das einüben kann.</p>
<p>Mit solchen Übungen schaffen wir einen Raum, in dem passieren kann, was Paulus im Römerbrief so beschreibt:</p>
<p class="bibeltext">15  Denn der Geist, den ihr empfangen habt, macht euch nicht zu Sklaven, sodass ihr von neuem in Angst und Furcht leben müsstet; er hat euch zu Söhnen und Töchtern gemacht, und durch ihn rufen wir, ´wenn wir beten`: »Abba, Vater!« 16  Ja, der Geist selbst bezeugt es uns in unserem Innersten, dass wir Gottes Kinder sind. (Römer 8,15-16)</p>
<p>Paulus sagt: wenn wir so vertrauensvoll beten können, dann ist das ein Zeichen, dass in uns der Heilige Geist lebt, der Geist Jesu. Eigentlich ist er es, der dann betet. Und ein paar Verse später schreibt er:</p>
<p class="bibeltext">26  Und auch der Geist ´Gottes` tritt mit Flehen und Seufzen für uns ein; er bringt das zum Ausdruck, was wir mit unseren Worten nicht sagen können. Auf diese Weise kommt er uns in unserer Schwachheit zu Hilfe, weil wir ja gar nicht wissen, wie wir beten sollen, um richtig zu beten. 27  Und Gott, der alles durchforscht, was im Herzen des Menschen vorgeht, weiß, was der Geist ´mit seinem Flehen und Seufzen sagen` will; denn der Geist tritt für die, die zu Gott gehören, so ein, wie es vor Gott richtig ist. (Römer 8,26-27)</p>
<p>Das heißt: eigentlich können wir gar nicht richtig beten, wir sind viel zu entfremdet von der eigentlichen Art, wie Menschen und Gott miteinander reden müssten. Aber Gott sendet seinen Geist, und wenn der in unserem Herzen einen Raum findet, dann vertritt er uns, er betet für uns, und Gott lässt es als unser Gebet gelten.</p>
<p>Das hat dann in den frühen Gemeinde seinen Ausdruck gefunden im sogenannten Zungenreden, der Glossolalie oder Sprachengebet, oder wie man es nennen will, wo Menschen sozusagen unter Ausschaltung unserer normalen Denkwerkzeuge und Begriffe direkt mit Gott kommuniziert haben. Das war auch so ein einfaches Gebet, nur dass es dazu gar keine individuellen Übungen brauchte, sondern das Umfeld der Gemeinde reichte schon aus, dass jedenfalls manche mit diesem einfachen Gebet ganz ohne Worte beteten.</p>
<p>Wobei man an Jesus sieht, dass da nicht nur eine große Gottesnähe entstehen kann, sondern wenn wir ganz ohne den Schutz unserer täglichen Routine und Denkstruktur sind, dann melden sich auch die dunklen Seiten der Welt bei uns. Jesus wird in seiner Wüstenzeit mit dem Satan konfrontiert, und der bietet alles auf, um ihn doch noch zurückzuholen in sein Herrschaftsgebiet: er lockt ihn mit Geld, Ruhm und Macht. Und in all dem versucht er ihn dahin zu bringen, dass er den Fehler der ersten Menschen wiederholt und Kontrolle ausübt über Dinge, die man eigentlich aus Gottes Hand als Geschenk entgegennehmen sollte. Aber Jesus besteht die Versuchung und weist den Bösen zurück. Und anschließend kommen die Engel und geben ihm tatsächlich alles, was er braucht. </p>
<p>Das ist der Moment, wo Jesus aus der Wüste zurückkehrt und anfängt, das Evangelium zu predigen. Jesus ging aus der Auseinandersetzung mit dem Bösen gestärkt hervor. Er wusste jetzt, wer er war. Erst so wurde er der Jesus, den wir kennen. Erst danach war er so weit, dass die Dämonen vor ihm Reißaus nahmen, weil sie wussten, dass sich sogar ihr oberster Chef an ihm die Zähne ausgebissen hatte. </p>
<p>Wir sehen, dass Jesus nicht in der Wüste geblieben ist. Es hat damals auch Wüstenmönche gegeben, aber Jesus gehörte nicht zu ihnen. Er blieb nicht sein Leben lang in der Wüste, aber er erneuerte immer wieder draußen in der Einsamkeit diese Wüstenerfahrung. Er trug diese Erfahrung in seinem Herzen, und er ließ nicht zu, dass sie allmählich wieder vom Alltag überwuchert wurde. In ihm floss diese Lebensquelle, und wohin er kam, dorthin brachte er sie mit. </p>
<p>Wenn wir darauf achten, dass wir Gott regelmäßig solche leeren Zeiten anbieten, die er mit seinem Geist erfüllen kann, dann leben wir allmählich mit einem tiefen Frieden in unserem Innern. Daran denkt Jesus, wenn er sagt: </p>
<p class="bibeltext">Ich habe euch das alles gesagt, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt werdet ihr hart bedrängt. Doch ihr braucht euch nicht zu fürchten: Ich habe die Welt besiegt.« (Joh. 16,33)</p>
<p>Mitten in Angriffen, Sorgen und Gefahren können wir Zuflucht nehmen zu diesem Raum des Friedens in uns, in dem Gottes Geist wohnt, und zu dem die Gedanken voll Sorge und Kontrolle nicht vordringen. </p>
<p>Es gibt andere Gebete, in denen wir nachdenken oder argumentieren, wo wir Gebetslisten durchbeten oder Gott danke sagen, und das ist alles ok. Natürlich gebrauchen wir da unseren Verstand und die Denkwerkzeuge, die von Kontrolle und Bedenken beeinflusst sind, das geht gar nicht anders. </p>
<p>Das einfache Gebet lässt das alles hinter sich und ist eigentlich nur noch ein geduldiges Hinschauen zu Gott und das Warten auf das, was er tut. Wir legen auch unsere Gedanken aus der Hand. Wir erwarten noch nicht mal besondere Emotionen. Es ist eine Wüstenzeit. Aber sie bewirkt einen großen inneren Frieden, der allmählich das ganze Leben durchdringt und dann wie eine Musik im Hintergrund bleibt. Und das ist auf die Dauer eine viel stärkere umgestaltende Kraft als Nachdenken und gute Vorsätze. Es nimmt dem Bösen und dem Misstrauen einfach den Brennstoff weg. Es bewirkt ein Reifen, das gründlicher ist als wohldurchdachte Verarbeitung. Noch besser ist es, wenn beides zusammen geht. Wenn wir lernen, diesen Ort des Friedens in uns zu finden, zu stärken und aus ihm zu leben, dann kann das uns und unsere Umgebung viel mehr umgestalten als alles andere.</p>
</div>
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