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	Kommentare zu: Im Rhythmus der Psalmen: Wenn schon hassen, dann richtig	</title>
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	<description>Texte aus der norddeutschen Tiefebene</description>
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		<title>
		Von: Thomas Jakob		</title>
		<link>https://www.walterfaerber.de/auslegung/psalm000_03im-rhythmus-der-psalmen-wenn-schon-hassen-dann-richtig/#comment-274</link>

		<dc:creator><![CDATA[Thomas Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 21 Dec 2013 10:13:10 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Hallo Walter,

ich habe etwas Bedenkzeit gebraucht, bevor ich auf Deinen Kommentar reagiere. Deine Auslegung der kritischen Verse in Psalm 139 überzeugt mich nicht. Wenn man das Hassen der Gottlosen und Lästerer interpretiert als die entschiedene Ablehnung von Menschen, die in ihrem Handeln gottlos und lästerlich sind, dann kann ich nicht mehr widersprechen. 

Aber aus meiner Sicht hast Du zweifach den Bedeutungsspielraum dessen, was da steht, eingeschränkt, um anschließend diese doppelt reduzierte Bedeutung zur gültigen zu erklären. Wenn man so etwas macht, dann muss die Einschränkung m. E. absolut zwingend sein, nur möglich reicht nicht. Das aber sehe ich hier nicht. 

Es mag sein, dass das hebräische Wort, das wir mit hassen übersetzen, nüchterner war, aber selbst dann wird es hier durch den Kontext aufgeladen. Es ist zusätzlich die Rede von Verabscheuen, es wird sogar der Tod der Gottlosen gefordert. Das ist mehr als eine leidenschaftliche Grenzziehung, das ist Exzess.

Und im Sinne der Gottlosigkeit und des Lästerns werden eben nicht nur die Taten gewertet, sondern ausdrücklich auch das Reden.

Nebenbei gesagt, zeigt Dein Beispiel der sich christlich nennenden Sklavenhändler aus meiner Sicht sogar die Notwendigkeit einer modernen Auslegung der Bibel. Zur Zeit der Bibel war Sklaverei ein selbstverständlicher Teil der Wirtschaftsordnung, bei historisch werktreuer Betrachtung kann es eigentlich nur scheitern, die Sklaverei aus der Bibel heraus ganz grundsätzlich kritisieren zu wollen. Dort wurden zwar Regeln aufgestellt, wie man mit Sklaven umzugehen hatte, aber nicht die Sklaverei grundsätzlich abgelehnt. Wilberforce, Sharp und all die anderen hatten natürlich trotzdem recht, aber eben deshalb, weil sie die mitfühlenden, toleranten, humanistischen, aufgeklärten Seiten der Bibel den zeitabhängig überholten vorgezogen und übergeordnet haben.

Ich gebe Dir recht, dass wir Christen heute mehr mit Gleichgültigkeit und praktischem Atheismus zu tun haben als mit Dschihad- bzw. Kreuzzugsmentalität. Und ich bin weit davon entfernt, die Bibel aufweichen und auf das Nette, Liebe und Freundliche beschränken zu wollen. Meine bevorzugte Mischung ist schon länger 2/3 AT, 1/3 NT. Aber wenn ich eine Stelle finde, die mir quer heruntergehen würde, dann schlucke ich sie nicht, sondern protestiere. Ich meine, dass dazu auch der Gläubige das Recht hat. Abraham hat wegen Sodom sogar direkt mit Gott verhandelt, ohne Bibel dazwischen, und obendrein mit Chuzpe. Die Angewohnheit, sich nur auf den Bauch zu werfen und Ja und Amen zu sagen, ist m. E. erst später aufgekommen.

Danke übrigens für den verlinkten Artikel. Ganz allgemein steht da viel Wahres drin, aber für mein spezielles Thema mit Psalm 139, 19-23 ändert er nichts an meiner Einschätzung.

Herzliche Grüße

Thomas]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Walter,</p>
<p>ich habe etwas Bedenkzeit gebraucht, bevor ich auf Deinen Kommentar reagiere. Deine Auslegung der kritischen Verse in Psalm 139 überzeugt mich nicht. Wenn man das Hassen der Gottlosen und Lästerer interpretiert als die entschiedene Ablehnung von Menschen, die in ihrem Handeln gottlos und lästerlich sind, dann kann ich nicht mehr widersprechen. </p>
<p>Aber aus meiner Sicht hast Du zweifach den Bedeutungsspielraum dessen, was da steht, eingeschränkt, um anschließend diese doppelt reduzierte Bedeutung zur gültigen zu erklären. Wenn man so etwas macht, dann muss die Einschränkung m. E. absolut zwingend sein, nur möglich reicht nicht. Das aber sehe ich hier nicht. </p>
<p>Es mag sein, dass das hebräische Wort, das wir mit hassen übersetzen, nüchterner war, aber selbst dann wird es hier durch den Kontext aufgeladen. Es ist zusätzlich die Rede von Verabscheuen, es wird sogar der Tod der Gottlosen gefordert. Das ist mehr als eine leidenschaftliche Grenzziehung, das ist Exzess.</p>
<p>Und im Sinne der Gottlosigkeit und des Lästerns werden eben nicht nur die Taten gewertet, sondern ausdrücklich auch das Reden.</p>
<p>Nebenbei gesagt, zeigt Dein Beispiel der sich christlich nennenden Sklavenhändler aus meiner Sicht sogar die Notwendigkeit einer modernen Auslegung der Bibel. Zur Zeit der Bibel war Sklaverei ein selbstverständlicher Teil der Wirtschaftsordnung, bei historisch werktreuer Betrachtung kann es eigentlich nur scheitern, die Sklaverei aus der Bibel heraus ganz grundsätzlich kritisieren zu wollen. Dort wurden zwar Regeln aufgestellt, wie man mit Sklaven umzugehen hatte, aber nicht die Sklaverei grundsätzlich abgelehnt. Wilberforce, Sharp und all die anderen hatten natürlich trotzdem recht, aber eben deshalb, weil sie die mitfühlenden, toleranten, humanistischen, aufgeklärten Seiten der Bibel den zeitabhängig überholten vorgezogen und übergeordnet haben.</p>
<p>Ich gebe Dir recht, dass wir Christen heute mehr mit Gleichgültigkeit und praktischem Atheismus zu tun haben als mit Dschihad- bzw. Kreuzzugsmentalität. Und ich bin weit davon entfernt, die Bibel aufweichen und auf das Nette, Liebe und Freundliche beschränken zu wollen. Meine bevorzugte Mischung ist schon länger 2/3 AT, 1/3 NT. Aber wenn ich eine Stelle finde, die mir quer heruntergehen würde, dann schlucke ich sie nicht, sondern protestiere. Ich meine, dass dazu auch der Gläubige das Recht hat. Abraham hat wegen Sodom sogar direkt mit Gott verhandelt, ohne Bibel dazwischen, und obendrein mit Chuzpe. Die Angewohnheit, sich nur auf den Bauch zu werfen und Ja und Amen zu sagen, ist m. E. erst später aufgekommen.</p>
<p>Danke übrigens für den verlinkten Artikel. Ganz allgemein steht da viel Wahres drin, aber für mein spezielles Thema mit Psalm 139, 19-23 ändert er nichts an meiner Einschätzung.</p>
<p>Herzliche Grüße</p>
<p>Thomas</p>
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		<title>
		Von: Walter		</title>
		<link>https://www.walterfaerber.de/auslegung/psalm000_03im-rhythmus-der-psalmen-wenn-schon-hassen-dann-richtig/#comment-273</link>

		<dc:creator><![CDATA[Walter]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Dec 2013 05:37:18 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.walterfaerber.de/?p=3082#comment-273</guid>

					<description><![CDATA[Hallo Thomas, schön dich auch hier zu treffen! Je länger ich in den Psalmen lese, um so klarer wird mir, dass man das nicht auseinandersortieren kann: hier der legitime Protest der Opfer, dort der religiöse Dschihad. Die &quot;Lästerer&quot; usw. sind nicht Leute, die das Ego des Beters (oder seines Gottes) verletzt haben und dafür bestraft werden müssen. Sondern es sind Leute, die (gerne auch in religiösem Habitus) anderen ihren Lebensraum zerstören. Sozusagen praktische Atheisten. Die Bibel (im Gegensatz zu manchen ihrer glühenden Verteidiger) stellt auf das reale Verhalten ab, nicht auf die Ideologie.

Stell dir die formell christlichen Sklavenhändler vor, gegen die Sharp, Wilberforce und die Quäker gekämpft haben: macht es nicht Sinn, solche Menschenhändler als Gottlose, Lästerer und Feinde Gottes zu bezeichnen (weil sie sein Ebenbild zerstören)? Und sich deutlich zu machen, dass man mit denen nichts zu tun haben will (das ist nämlich die Stoßrichtung des biblischen Wortes &quot;Hassen&quot;: nicht die Emotion, sondern ein Nein ohne jedes Ja)?

Aber auch, wenn du mir hier exegetisch nicht folgen könntest, würde ich sagen: mindestens in der Gegenwart ist das reale Problem unter uns nicht irgendein christlicher Dschihad. Das echte Problem ist die die Gleichgültigkeit unseres gesellschaftlichen Mainstreams, die sich leider auch in die Christenheit hineingefressen hat. Die tötet und zerstört weltweit ungezählte Menschen und Tiere.

Deshalb wären die fraglichen Texte doch wohl mindestens insofern &quot;Heilige Schrift&quot;, als sie Christen vor die Frage stellen, ob sie denn mit der gleichen Energie und Entschiedenheit (mit der diese Texte sich gegen Blutgierige, Frevler usw. stellen) ein Nein ohne jedes Ja zu Unterdrückung, Ausbeutung, Menschenhandel usw. sprechen?

Die Eindeutigkeit und Entschiednheit der Psalmen haben wir bitter nötig. Nicht die Psalmen brauchen Dekonstruktion, sondern &quot;unser&quot; Selbstbild als die nicht-fanatischen, toleranten, humanen Aufgeklärten.

Weniger abgekürzt und im Ganzen abgewogener wird einiges davon übrigens dargelegt in einem Text, auf den mich eine jüdische Freundin aufmerksam machte: http://www.haus-ohrbeck.de/download/VortragUrsulaSilber-deutsch.pdf]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Thomas, schön dich auch hier zu treffen! Je länger ich in den Psalmen lese, um so klarer wird mir, dass man das nicht auseinandersortieren kann: hier der legitime Protest der Opfer, dort der religiöse Dschihad. Die &#8222;Lästerer&#8220; usw. sind nicht Leute, die das Ego des Beters (oder seines Gottes) verletzt haben und dafür bestraft werden müssen. Sondern es sind Leute, die (gerne auch in religiösem Habitus) anderen ihren Lebensraum zerstören. Sozusagen praktische Atheisten. Die Bibel (im Gegensatz zu manchen ihrer glühenden Verteidiger) stellt auf das reale Verhalten ab, nicht auf die Ideologie.</p>
<p>Stell dir die formell christlichen Sklavenhändler vor, gegen die Sharp, Wilberforce und die Quäker gekämpft haben: macht es nicht Sinn, solche Menschenhändler als Gottlose, Lästerer und Feinde Gottes zu bezeichnen (weil sie sein Ebenbild zerstören)? Und sich deutlich zu machen, dass man mit denen nichts zu tun haben will (das ist nämlich die Stoßrichtung des biblischen Wortes &#8222;Hassen&#8220;: nicht die Emotion, sondern ein Nein ohne jedes Ja)?</p>
<p>Aber auch, wenn du mir hier exegetisch nicht folgen könntest, würde ich sagen: mindestens in der Gegenwart ist das reale Problem unter uns nicht irgendein christlicher Dschihad. Das echte Problem ist die die Gleichgültigkeit unseres gesellschaftlichen Mainstreams, die sich leider auch in die Christenheit hineingefressen hat. Die tötet und zerstört weltweit ungezählte Menschen und Tiere.</p>
<p>Deshalb wären die fraglichen Texte doch wohl mindestens insofern &#8222;Heilige Schrift&#8220;, als sie Christen vor die Frage stellen, ob sie denn mit der gleichen Energie und Entschiedenheit (mit der diese Texte sich gegen Blutgierige, Frevler usw. stellen) ein Nein ohne jedes Ja zu Unterdrückung, Ausbeutung, Menschenhandel usw. sprechen?</p>
<p>Die Eindeutigkeit und Entschiednheit der Psalmen haben wir bitter nötig. Nicht die Psalmen brauchen Dekonstruktion, sondern &#8222;unser&#8220; Selbstbild als die nicht-fanatischen, toleranten, humanen Aufgeklärten.</p>
<p>Weniger abgekürzt und im Ganzen abgewogener wird einiges davon übrigens dargelegt in einem Text, auf den mich eine jüdische Freundin aufmerksam machte: <a href="http://www.haus-ohrbeck.de/download/VortragUrsulaSilber-deutsch.pdf" rel="nofollow ugc">http://www.haus-ohrbeck.de/download/VortragUrsulaSilber-deutsch.pdf</a></p>
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		Von: Thomas Jakob		</title>
		<link>https://www.walterfaerber.de/auslegung/psalm000_03im-rhythmus-der-psalmen-wenn-schon-hassen-dann-richtig/#comment-272</link>

		<dc:creator><![CDATA[Thomas Jakob]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 17 Dec 2013 10:18:20 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Vor der Frage, wie ich mit Hassversen in Psalmen umgehen soll, habe ich bei Psalm 139 gestanden. Diesen Psalm finde ich so gut, dass ich ihn auswendig gelernt habe. Die Verse 19-23 habe ich allerdings weggelassen:

&quot;Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! Dass doch die Blutgierigen von mir wichen! Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich mit frechem Mut.
Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen, und verabscheuen, die sich gegen dich erheben? Ich hasse sie mit ganzem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.&quot;

Anscheinend ist hier zum geringeren Teil der Psalmist selbst bedroht (&quot;dass doch die Blutgierigen von mir wichen&quot;). Der Rest bezieht sich auf Gottlose, Lästerer und Feinde Gottes. Der Psalmist lädt sich hier selbst mit Hass auf. Das sieht für mich aus wie das jüdisch-christliche Pendant zu einem ganz falsch verstandenen Dschihad.

Damit will ich nichts zu tun haben. Ich nehme zur Kenntnis, dass diese Verse in der Bibel stehen und sortiere sie schlicht unter &quot;unheilige Stellen in der Heiligen Schrift&quot; ein. Ohne irgendwelche Rechtfertigungsversuche. 

In meinem EG sind diese Verse bei Psalm 139 übrigens auch weggelassen worden.

Thomas]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor der Frage, wie ich mit Hassversen in Psalmen umgehen soll, habe ich bei Psalm 139 gestanden. Diesen Psalm finde ich so gut, dass ich ihn auswendig gelernt habe. Die Verse 19-23 habe ich allerdings weggelassen:</p>
<p>&#8222;Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! Dass doch die Blutgierigen von mir wichen! Denn sie reden von dir lästerlich, und deine Feinde erheben sich mit frechem Mut.<br />
Sollte ich nicht hassen, HERR, die dich hassen, und verabscheuen, die sich gegen dich erheben? Ich hasse sie mit ganzem Ernst; sie sind mir zu Feinden geworden.&#8220;</p>
<p>Anscheinend ist hier zum geringeren Teil der Psalmist selbst bedroht (&#8222;dass doch die Blutgierigen von mir wichen&#8220;). Der Rest bezieht sich auf Gottlose, Lästerer und Feinde Gottes. Der Psalmist lädt sich hier selbst mit Hass auf. Das sieht für mich aus wie das jüdisch-christliche Pendant zu einem ganz falsch verstandenen Dschihad.</p>
<p>Damit will ich nichts zu tun haben. Ich nehme zur Kenntnis, dass diese Verse in der Bibel stehen und sortiere sie schlicht unter &#8222;unheilige Stellen in der Heiligen Schrift&#8220; ein. Ohne irgendwelche Rechtfertigungsversuche. </p>
<p>In meinem EG sind diese Verse bei Psalm 139 übrigens auch weggelassen worden.</p>
<p>Thomas</p>
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